Das Ö1 Konzert

Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Cornelius Meister; Anne Schwanewilms, Sopran. Antonin Dvorak: "Holoubek" ("Die Waldtaube"), Symphonische Dichtung c-Moll op. 110 Alban Berg: "Der Wein", Konzertarie Joseph Haydn: Symphonie f-Moll Hob. I/49, "La Passione" * Béla Bartók: "Kossuth", Symphonisches Gedicht für großes Orchester Sz 21 (aufgenommen am 13. Juni im Großen Musikvereinssaal in Wien). Präsentation: Eva Teimel

Mit Riesenschritten eilt Chefdirigent Cornelius Meister durch die Musikgeschichte, begleitet – zumindest für einen Teil der Wegstrecke – von der einzigartigen Sopranistin Anne Schwanewilms. Nach der viel gelobten Wagner-CD, die das RSO Wien und Meister mit der Sängerin aufgenommen haben, steht in diesem Konzert Alban Bergs Arie "Der Wein" im Fokus. Das Werk war 1929 willkommener Anlass für den Komponisten, die Fertigstellung des schwierigen dritten "Lulu"-Aktes noch ein wenig länger zu verzögern. Lieber vertiefte er sich in die Vertonung von drei Baudelaire-Gedichten (in der Übersetzung von Stefan George) und in eine Zwölftonreihe, die es ihm erlaubte, sowohl Tango-Anklänge einzubauen als auch geheime Botschaften an seine Geliebte Hanna Fuchs.

Während die "Wein-Arie" zu Bergs letzten Werken gehört, ist "Kossuth" (1903) das erste große Orchesterwerk von Béla Bartók. Die Komposition ist Lajos Kossuth gewidmet, dem Helden der ungarischen Revolution im Jahre 1848. Der 22-jährige Komponist glühte für die nationalen Interessen seiner ungarischen Heimat, verstand unter musikalischem Nationalstil aber noch den romantischen Stil "à la hungarese"; den authentischen Volksliedern seines Landes sollte er später begegnen.

Antonin Dvoraks "Die Waldtaube" op. 110 ist die dritte Sinfonische Dichtung des tschechischen Komponisten, die Cornelius Meister und das RSO Wien zusammen erarbeitet haben. Die Vorlagen aus der Balladensammlung "Kytice" (Blumenstrauß) des tschechischen Dichters Karel Erben verstörten die zeitgenössischen Kritiker ob ihrer grausamen Wendungen. Die "Waldtaube" etwa endet mit dem Freitod der Protagonistin, die nach dem Tod ihres Mannes rasch wieder geheiratet hat und nun im Gurren einer Waldtaube Vorwürfe heraushört. Die Musik Dvoráks nimmt viele Härten der Vorlage zurück und mündet in ein versöhnliches Solo der Ersten Violine.

An dritter Stelle im Konzert steht Joseph Haydns Symphonie Nr. 49, "La Passione".

(Christoph Becher/Intendant RSO Wien)

Playlist

Komponist/Komponistin: Antonin Dvorak
Titel: Holoubek. Symphonische Dichtung c-Moll, op. 110, "Die Waldtaube"
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Cornelius Meister
Länge: 19:34 min
Label: Simrock/Boosey & Hawkes / LM

Komponist/Komponistin: Alban Berg
Titel: Der Wein. Konzertarie
Solist/Solistin: Anne Schwanewilms, Sopran
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Cornelius Meister
Länge: 13:34 min
Label: UE /LM

Komponist/Komponistin: Joseph Haydn
Titel: Symphonie f-Moll, Hob. I: 49, "La passione"
* Adagio 4.27
* Allegro di molto 4.49
* Menuet 4.32
* Finale. Presto 3.03
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Cornelius Meister
Länge: 16:51 min
Label: Bärenreiter Urtext / RSO EM

Komponist/Komponistin: Béla Bartók
Titel: Kossuth. Symphonisches Gedicht für großes Orchester, SZ 21
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Cornelius Meister
Länge: 20:18 min
Label: Boosey & Hawkes / LM

Komponist/Komponistin: Richard Strauss (1864-1949)
Titel: Ein Heldenleben op.40 - Tondichtung für großes Orchester
* Der Held (4:04)
* Des Helden Widersacher (3:26)
* Des Helden Gefährtin (12:16)
* Des Helden Walstatt (7:17)
* Des Helden Friedenswerke (5:52)
* Des Helden Weltflucht und Vollendung (10:28
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Cornelius Meister
Länge: 43:27 min
Label: CAPRICCIO/GRAMOLA C5208

Komponist/Komponistin: Alexander Zemlinsky/1871-1942
Album: ZEMLINSKY: A RAY OF LIGHT - SÄMTLICHE KLAVIERWERKE - Emanuele Torquati
Titel: Ländliche Tänze für Klavier op.1
* Nr.1 Mit Wärme (00:01:03)
* Nr.2 Flüchtig (00:01:42)
* Nr.3 Träumerisch (00:01:52)
* Nr.4 Sehr schnell und leicht (00:01:22)
* Nr.5 Hinträumend (00:01:38)
* Nr.6 Energisch (00:57)
* Nr.7 Sehr zart (00:01:40)
* Nr.8 Heiter (Walzer-Tempo) (00:49)
* Nr.9 Ländler-Tempo (einfach gemütlich) (00:01:12)
* Nr.10 Gut betont (00:01:00)
* Nr.11 Sehr sanft - Nr.12 Sehr Lebhaft (00:02:27)
Solist/Solistin: Emanuele Torquati /Klavier
Länge: 15:50 min
Label: Brilliant Classics 95067

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SA | 10 Juni 2017