Das abenteuerliche Leben der Gerta-Luise von Einem

"Beruf: Agentin?" Das geheimnisvolle Leben der Gerta-Luise von Einem. Feature von Doris Stoisser

"Mata Hari II ist wieder einmal davongekommen", heißt es 1948 in der internationalen Presse, als ein Pariser Gericht Gerta-Luise von Einem nach kurzem Prozess freispricht. Damit ist ein Todesurteil wegen Spionage und Bestechung aufgehoben, das während des Krieges gegen "die Baronin" verhängt worden war.

Gerta-Luise von Einem wird als elegante Frau von Welt beschrieben. Ihr Leben lang ist sie ruhelos auf Reisen, immer mit Chauffeur und Kammerzofe in teuren Limousinen. Sie wohnt in Luxushotels, besitzt ein großes Gut in Norddeutschland und mehrere Wohnungen in unterschiedlichen Ländern - nicht einmal ihre Familie weiß, wie sie diesen Aufwand finanziert. Sie verkehrt in den sogenannten höchsten Kreisen - unter Künstlern, Wirtschaftsleuten und Staatsmännern.

1889 als Gerta-Luise Riess von Scheurnschloss geboren, heiratete sie 1911 den österreichischen Nachrichtenoffizier William von Einem. Der mittlere der drei Söhne ist der Komponist Gottfried von Einem, der am 24.1.2018 hundert Jahre alt geworden wäre. Gottfried ist das Kind einer romantischen Affäre mit dem ungarischen Grafen Laszlo Hunyady, der - gleichsam standesgemäß - auf einer gemeinsamen Jagd in Ägypten von einem Löwen getötet wird.

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