Mark Zuckerberg

AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Datenmissbrauch gefährdet die Demokratie

1. Datenmissbrauch gefährdet die Demokratie
Der Facebook-Skandal I
Gestaltung: Franz Zeller

2. Das war vorhersehbar
Der Facebook-Skandal II
Gestaltung: Julia Gindl

3. Automatische Ungerechtigkeit
Wie Algorithmen und Hi-Tech-Werkzeuge die Armen bestrafen
Gestaltung: Lukas Plank

1. Den Daten-Skandal aufgedeckt hat der 28jähriger Engländer Christopher Wiley. Er wirkt wie ein kleiner schüchterner Junge - und hat mit seinem Mut doch die Welt der Bürgerrechte erschüttert: Wiley hat bis 2014 als Datenspezialist bei jener Firma gearbeitet, die durch persönliche Werbung im Netz den Brexit und die Wahl Trumps maßgeblich beeinflusst haben soll. Basis dafür waren die Daten von 87 Millionen Menschen, die sich Cambridge Analytica über eine Persönlichkeitsapp von Facebook besorgt hatte. Chris Wiley hat vor allem eines dazu bewogen, an die Öffentlichkeit zu treten: Er sieht durch derlei Datengebrauch die Demokratie gefährdet, wie Franz Zeller berichtet.

2. Lediglich 8 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wollen ihr Facebook-Profil nach der Datenaffäre auf jeden Fall deaktivieren. 57% hingegen wollen ihr Konto definitiv nicht löschen - das geht aus einer Online-Umfrage hervor, die das Nachrichtenmagazin "profil" letzte Woche beim Meinungsforschungsinstitut unique research in Auftrag gegeben hat. 32% der 500 Befragten würden noch abwarten und überlegen. Warum #deletefacebook keinen Sinn macht und was wir in den letzten Jahren verabsäumt haben - Julia Gindl über die Genese des Facebook-Datenskandals.

3. Wer in den USA arm ist und Hilfe braucht, wird immer häufiger von Computern betreut. Daten und Algorithmen sollen dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Sie stufen Menschen ein, weisen Schlafmöglichkeiten und Geld zu und bewerten Risiken. Und sie legen fest, wem nicht geholfen wird. Für Virginia Eubanks führen Daten und Algorithmen dazu, dass arme Menschen überwacht, kontrolliert und bestraft werden. Ein "Digital Poorhouse" entsteht, ein Digitales Armenhaus, wie die Professorin für Politikwissenschaften an der University at Albany im Bundesstaat New York in ihrem neuen Buch Automating Inequality schreibt. Lukas Plank hat mit der Autorin gesprochen.


Moderation und Redaktion: Franz Zeller

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