Buch von Kohei Saito

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Radiogeschichten Spezial

"Systemsturz" von Kohei Saito

Der Ö1 Essay - "Systemsturz. Der Sieg der Natur über den Kapitalismus" von Kohei Saito (Übersetzung von Gregor Wakounig). Es liest Alexander Gamnitzer

Für Kohei Saito ist die Sache klar: der Kapitalismus ist nicht zukunftsfähig. Die Krisen, in denen wir gegenwärtig stecken, ob ökonomischer, ökologischer oder politischer Natur, resultieren aus der kapitalistischen Wachstums- und Verwertungsideologie. Deshalb sind sie auch nicht innerhalb des kapitalistischen Systems zu lösen, sondern nur durch einen Systemwandel. Oder, wie Saito fordert: einen Systemsturz. "Wir arbeiten zu viel", sagte er und plädiert für die Reduktion des Produktionstempos - und damit der Produktivität. "Wir können das zurückfahren", erklärt er weiter, "die Convenience Stores, Mode zum Wegwerfen, Fast Food. Wir können Privatjets verbieten, die kurzen Inlandsflüge, und die luxuriösen Kreuzfahrtschiffe einschränken, die SUVs, den Fleischkonsum reduzieren und so weiter." Für ein neues System, das er Ökosozialismus nennt, beruft er sich auf Karl Marx, den er für weitgehend missverstanden hält. "Marx hatte mit dem Kommunismus eigentlich niemals eine staatlich verwaltete Einparteiendiktatur im Sinn", so Kohei Saito. "Für ihn bedeutete Kommunismus eine Gesellschaft, in der die Produktionsmittel von den Produzenten gemeinsam verwaltet werden. Doch nicht nur die Produktionsmittel, die ganze Erde sollte nach Marx' Vorstellung einer kommunistischen Gesellschaft gemeinsam verwaltet werden."

Service

Kohei Saito, "Systemsturz. Der Sieg der Natur über den Kapitalismus", Übersetzung: Gregor Wakounigm, dtv

Sendereihe

Gestaltung

  • Peter Zimmermann

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