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Musik

Musik-Festival Grafenegg 2012

Freitag
14. September 2012
19:30

Konzertmitschnitte der Niederösterreichischen Tonkünster unter James MacMillan aus dem Wolkenturm und vom Ensemble Capriccio Wien unter Vahid Khadem-Missagh aus der Reitschule des Schlosses.

1. Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Dirigent: James MacMillan; Arnold Schoenberg Chor.

B. Britten: Four Sea Interludes aus "Peter Grimes", op. 33a
J. MacMillan: a) Credo (Österreichische Erstaufführung; Auftragswerk des Musik-Festivals Grafenegg): b) Drei Zwischenspiele aus der Oper "The Sacrifice"
R. Vaughan Williams: Symphonie Nr. 4 f-Moll (aufgenommen am 9. September im Wolkenturm, Schloss Grafenegg)

2. Ensemble Capriccio Wien, Leitung und Violine: Vahid Khadem-Missagh. A. Bruckner: Symphonie Nr. 7 E-Dur (Bearbeitung für Kammerensemble: Erwin Stein, Hanns Eisler und Karl Rankl) (aufgenommen am 26. August in der Reitschule, Schloss Grafenegg).

James MacMillan

Composer in Residence in Grafenegg

Er ist einer der erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart und auch als Programmkurator und Dirigent weltweit gefragt. Seine musikalische Sprache ist voll von schottischem Erbe, katholischem Glauben, von sozialem Bewusstsein, mit einer engen Beziehung zur keltischen Volksmusik, in die sich Einflüsse aus dem Fernen Osten, Skandinavien und Osteuropa mischen. Am liebsten ist es ihm, seine Musik im Wechselspiel mit Werken der Vergangenheit zu hören – wie auch beim Musik-Festival Grafenegg 2012, wo er als Composer in Residence fungiert. Als solcher folgt er auf Krzysztof Penderecki, Heinz Holliger, Tan Dun, Cristóbal Halffter und HK Gruber.

Beginn der Karriere

Anfang der 1990er Jahre erregte der heute 52-jährige Schotte James MacMillan die Aufmerksamkeit der Musikwelt – u. a. mit dem bei den "Proms" im Jahre 1990 uraufgeführten Orchesterwerk "The Confession of Isobel Gowdie". Schnell wurde klar, dass dieser Komponist – auf der Suche nach Anregungen – seine Fühler in alle Richtungen ausstreckt.

Glaubenseinflüsse in MacMillans Musik

Katholisch erzogen, steht der Glaube noch heute im Mittelpunkt seines Lebens. Gemeinsam mit seiner Frau gehört er dem Orden der Dominikaner an. Seine frühe Hinwendung zum Marxismus, der sich bei ihm mit der lateinamerikanischen Befreiungstheologie verband, hinterlässt auch in seinen neueren Werken Spuren, so auch in seiner jüngsten Oper "Sacrifice". Drei Zwischenspiele daraus präsentieren die Tonkünstler Niederösterreich und der Arnold Schoenberg Chor beim Abschlusskonzert am 9. September.

An diesem Tag wird auch die Auftragskomposition des Festivals erklingen: MacMillans 25-minütiges "Credo" für Chor und Orchester. Gegliedert ist es in drei Sätze, die die Dreifaltigkeit reflektieren – Vater, Sohn und Heiliger Geist. So bewegt sich das "Credo" von einer simplen choralen Intonation zu einer komplexen Verschmelzung von Choralgesang, Motette und Cantus-firmus-Techniken und schließt mit einer freudigen orchestralen Coda.

Ebenfalls ein geistliches Thema hat MacMillans Fanfare "They saw the stone had been rolled away", die beim Eröffnungskonzert am 23. August zur Aufführung kam. Eine der populärsten Kompositionen des Schotten wurde am 24. August geboten: sein effektreiches Konzert für Schlagwerk und Orchester "Veni, Veni, Emmanuel".

Dirigent, Komponist und Musikvermittler

Als Dirigent leitet MacMillan unter anderem das Jugendsinfonieorchester Niederösterreich – mit seinem Werk "Into the Ferment" für Ensemble und Orchester. Das Stück setzt sich mit schottischen Bräuchen und Volksmusik auseinander und basiert auf einem Gedicht von Robert Burns, das von drei Freunden handelt, die zum Whiskytesten zusammenkommen.

In Grafenegg kann James MacMillan aber nicht nur seine Rolle als Komponist und Dirigent, sondern auch als Musikvermittler genießen. So leitet er den "Ink still wet"-Workshop, der heuer zum zweiten Mal stattfindet: Hier bekommen die teilnehmenden Komponist/innen die seltene Gelegenheit, eigene neue Werke mit dem Tonkünstlerorchester Niederösterreich vom Dirigentenpult aus einzustudieren.

Gestaltung: Gustav Danzinger · zur Sendereihe

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