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Musik

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Montag
31. Dezember 2012
10:05

"Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unterhält Wienerisch." Musik von Johann Strauß Vater und Sohn, Joseph Strauß, Joseph Lanner und Wolfgang Rihm.
Gestaltung: Elke Tschaikner und Christian Scheib

Johann Strauß: a) Ouvertüre zu "Die Fledermaus"; b) An der schönen blauen Donau op. 314, Walzer ; c) Im Krapfenwaldl op. 336, Polka francaise
Joseph Strauss: Sphärenklänge op. 235, Walzer
Joh. Strauß: Auf der Jagd op. 373, Polka schnell nach Motiven aus der Operette "Cagliostro in Wien" (Dirigent Manfred Honeck; aufgenommen im September 1989, ORF RadioKulturhaus)
Joseph Lanner: Die Romantiker, Walzer op.167
Joh. Strauß Vater: Sommernachtsträume, Walzer op. 180
Joh. Strauß: Un ballo in mascera, Quadrille op.272 (nach Verdis Oper)
Wolfgang Rihm: Sehnsuchtswalzer (Dirigent: Johannes Wildner, aufgenommen 26. Jänner 2001 im ORF RadioKulturhaus)

"Die Fledermaus"

Maximilian Steiner, der Großvater des späteren Hollywoodkomponisten Max Steiner, leitet gemeinsam mit der Sängerin Marie Geistinger das Theater an der Wien. Einer der vielen Künstlerfreunde des Hauses Steiner ist Johann Strauß Sohn. Es ist eine produktive Freundschaft. Das Debüt des Johann Strauß als Operettenkomponist hatte man am Theater an der Wien mit "Indigo und die 40 Räuber" bereits gefeiert, Maximilian Steiner hatte dafür das Libretto verfasst. Nun ist es Zeit für einen neuen gemeinsamen Streich.

Eine zweite Strauß-Operette soll entstehen, die Premiere ist für den Spätherbst 1874 wieder im Theater an der Wien geplant. Doch eine Finanzkrise in Folge der Pleite der defizitären Wiener Weltausstellung und des Börsenkrachs ein Jahr zuvor, macht den Künstlern das Leben schwer. Maximilian Steiner und Marie Geistinger befürchten, ihr Theater noch vor dem Herbst schließen zu müssen. Also entscheiden sie, die Uraufführung der "Fledermaus" ins Frühjahr vorzuverlegen.

Glaubt man der Überlieferung, entsteht die "Fledermaus" in hektischer Zusammenarbeit mit dem Kapellmeister des Hauses Richard Genée in nur "42 Tagen und Nächten".

Am 5. April 1874 ist es soweit. Johann Strauß leitet die Vorstellung, Frau Direktorin Marie Geistinger selbst spielt die Rosalinde. In einer Rezension heißt es: "Die Ouverture wurde mehrmals von Applaus-Salven unterbrochen."

"An der schönen blauen Donau"

Mit der "Fledermaus" setzt der Walzerkönig der sogenannten goldenen Operettenära die Krone auf und die dynamische Ouvertüre, raffiniert in freier Sonatenhauptsatzform geschrieben, ist für jedes Orchester bis heute eine Herausforderung.

Hätte der Wiener Männergesangsverein im Jahr 1866 nicht auf ein gegebenes Versprechen gepocht, wäre jeder Neujahrstag seither ein anderer. Johann Strauß hat dem Chor einen Walzer versprochen, hat ihn schon ein Jahr lang vertröstet. Schließlich macht er sich doch an die Arbeit und liefert dem Polizeikommissar Josef Weyl, dem Hausdichter des Vereins, einen Walzer. Es ist Fasching, der erste Fasching nach einem Krieg, der Zehntausende Opfer gefordert hat, die brutale Schlacht von Königgrätz hat dem Krieg ein Ende gesetzt. Es ist der erste Fasching nach der Tragödie. In Wien finden wieder Bälle statt, der sich selbst stark politisch verstehende Wiener Männergesangsverein aber veranstaltet heuer keinen Ball, sondern eine Liedertafel.

Dafür schreibt Josef Weyl einen politisch ironisch sein wollenden Text zum gerade gelieferten neuen Walzer von Johann Strauß. "Wiener seid froh ... Oho, wieso" beginnt das polizeiliche Dichtwerk, "Was nutzt das Bedauern, das Trauern, drum froh und lustig seid!"

Die Schwimmhalle des Dianabads wird zu einem Saal umgestaltet, am 15. Februar 1867 wird der Walzer mit Chor uraufgeführt, der Komponist bekommt einen Golddukaten überreicht.

Als Johann Strauß kurz darauf für die Pariser Weltausstellung dringend ein neues Stück braucht, erinnert er sich an die Episode. Er führt den Walzer als Orchesterstück auf und nennt ihn "Le beau Danube bleu". An der schönen blauen Donau.

Gestaltung: Elke Tschaikner , Christian Scheib · zur Sendereihe

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