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Donnerstag
21. Juli 2016
18:25

Prekäre Arbeitswelten
Gestaltung: Johanna Jaufer

Ende Juni waren 386.772 Menschen auf Jobsuche, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein gutes Drittel der Beschäftigten arbeitet unter „atypischen Bedingungen“, also jenseits stabiler Vollzeitbeschäftigung: In befristeten Verträgen, Leiharbeit und Teilzeitjobs. Eine Chance für Menschen, die kein „klassisches“ Arbeitsverhältnis haben – oder noch mehr Unsicherheit im Graubereich zwischen Selbstständigkeit und Arbeitsvertrag? Die aktuelle Situation stellt Politik wie Betroffene jedenfalls vor große Herausforderungen.

Einen „ganz normalen Job“

Selbst eine anspruchsvolle Betätigung ist heute kein Garant mehr dafür, von seiner Arbeit auch leben zu können. Die 35-jährige Oberösterreicherin Stefanie N. kann davon berichten. Sie hat – u.a. mit Hilfe von Leistungsstipendien – zwei Studien absolviert und sich bald selbst erhalten. Jahrelang war N. im Kultur- und Wissenschaftsbereich tätig – vielfach auf befristeter Basis bzw. für einzelne Projekte. Jetzt ist die 35-Jährige erstmals arbeitslos und lebt von jenen 600 Euro Arbeitslosengeld, die sich aus den geringen Versicherungsbeiträgen ihrer bisherigen Berufslaufbahn ergeben.

"Was ich gerne hätte, ist ein ganz normaler Job mit ganz normalem Geld." Stefanie N. hat jahrelang unter prekären Bedingungen gearbeitet.

Rechtsdurchsetzung

Auch im Bereich der Rechtsdurchsetzung hat sich die Situation zugespitzt – wenn es darum geht, seine arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüche gerichtlich geltend zu machen. Arbeitsrechtsanwalt Alois Obereder spricht von einem Auseinanderfallen der Klient/innengruppen: Vermehrt kommen entweder Hochprivilegierte (wenn es beispielsweise um Betriebspensionen geht) oder Menschen in sehr schlecht bezahlten Jobs etwa aus der Arbeitskräfteüberlassung und dem Reinigungsgewerbe.

Rechtsanwalt Alois Obereder: Arbeitende müssen sich überlegen, auf welche Art sie in die Gesellschaft einzuordnen sind.

Anlaufstelle für undokumentiert Arbeitende

Besonders unmittelbar stellt sich die Existenzfrage, wenn man zusätzlich mit unsicherem oder ungeklärtem Aufenthaltstitel arbeitet. Mit solchen Fällen ist seit zwei Jahren die Anlaufstelle zur Unterstützung undokumentiert Arbeitender (UNDOK) befasst, ein Verband aus ArbeiterInnenkammer, Fachgewerkschaften und NGOs.

Neues Phänomen: Digitale Jobvermittler

Wer strukturellen Umbrüchen in der Arbeitswelt nachgeht, kommt schließlich am amerikanischen Start-Up-Wunder „Uber“ nicht vorbei. Die Firma vermittelt online Fahrdienstleistungen und macht damit weltweit Taxiunternehmen Konkurrenz – ganz ohne eigene Wagenflotte. Auch in Österreich erleben digitale Jobvermittler einen Boom.

Gestaltung: Johanna Jaufer · zur Sendereihe

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