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Gesellschaft

Diagonal - Radio für Zeitgenoss/innen

Samstag
22. April 2017
17:05

Zum Thema: Lesen, las - ausgelesen? Über eine grundlegende Fertigkeit. Präsentation: Johann Kneihs
Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon: Iris Electrum, "Iris Electrum"

Hbaen Si gewuzst, dsas mna Txte acuh, wnen dei Wrote nciht rchitg stmimen, tzrotedm lseen knan? Sicher haben Sie das. Wortspiele und Buchstabentausch sind ja beliebt, nicht erst seit es digitale Medien gibt.

Das Lesen ist eine erstaunliche Fertigkeit: Augen und Hirn korrigieren Fehler, erstellen Sinn - und gar nicht so selten liest man auch, was gar nicht da steht. Viele Prozesse spielen beim Lesen zusammen, vom Erkennen der Schriftsymbole bis zum Nachdenken über den Inhalt. Lange Zeit mussten große Teile der Menschheit ohne das Lesen auskommen, diese Kulturtechnik wurde nur von einer kleinen Minderheit von Schriftkundigen beherrscht. Längst nicht alle meistern sie heute: rund eine Million Erwachsene in Österreich, ergeben Untersuchungen, können unzulänglich oder überhaupt nicht schreiben und lesen. Das ist aber Voraussetzung für die volle Teilhabe an einer schriftbasierten Gesellschaft. In allen Lebensbereichen scheinen Lesen und Schreiben wichtiger zu werden: Kaum ein Beruf, einschließlich Handwerk und Landwirtschaft, kommt ohne Computerkenntnisse aus, Apps und soziale Netzwerke haben Einzug ins Privatleben gehalten.

Japanische Buchmesse

Aus demselben Grund wird allerdings auch um das Lesen gebangt - Kinder und Jugendliche verbrächten immer weniger Zeit damit, sie verstünden einfache Texte nicht mehr. Einige der größten Errungenschaften der Kulturgeschichte - Goethes Gedichte, Shakespeares Sonette, Tolstois Romane - könnten bedeutungslos oder sogar unverständlich werden. Lesen, las, ausgelesen! Aebr vlleiicth stmmit acuh dsa nciht?

Inhaltsverzeichnis

Als das Volk das Lesen erlernte. Gutenberg, Luther und die Folgen
Vor 500 Jahren hat nicht nur die Reformation begonnen, auch das Lesen und Schreiben wurde sehr rasch Gemeingut. Christine Scheucher beschreibt, wie beides zusammenhängt.

Fifa 17 statt Däumelinchen
Lesen unsere Kinder und Jugendliche noch? Immer weniger, fürchten besorgte Eltern und Erzieher. Und die Schule, so die Klage, trage zum Niedergang des Lesens noch bei, wenn Literatur nicht einmal mehr für die Matura verpflichtend ist. Das ist allerdings Sache der Lehrer/innen. Wie steht es jetzt also um das Leseheil der Jugend – Günter Kaindlstorfer begibt sich auf Expedition ins Jugendzimmer.

Die Anatomie des Lesens
Wie funktioniert das Lesen eigentlich, und wie verändert es das Gehirn? Nicole Dietrich erklärt in ihrem Beitrag auch, warum manche Menschen, Kinder wie Erwachsene sich mit dem Lesen schwer tun. Und was bei Leserechtschreibschwäche oder Legasthenie, Abhilfe bringt. Um ca. dreiviertel sechs.

Der Buchseelsorger
Sooo intensiv wird’s nicht immer. Aber ganz schön vieles wird erzählt und besprochen, gefragt und beantwortet beim Lesestoff-Nahversorger. Andrea Hauer verbringt einen Tag in einer Bezirksbuchhandlung.

Randnotizen und Fußnoten
Kann man "besser", effektiver, schneller lesen? Anna Masoner wird es ausprobieren. Wir sprechen mit dem Philosophen Thomas Macho über die Bedeutung des Lesens in unserer Kultur und in der Zukunft, so gut sich das sagen lässt. Autorinnen und Buchmenschen erzählen von ihren besonders eindringlichen Lese-Erlebnissen, und wir lesen in James Joyce’ Roman Ulysses über das Lesen an einem bestimmten Ort. Um ca. dreiviertel sieben lädt Peter Waldenberger zum exquisiten Debutalbum der österreichischen Formation Iris Electricum in Diagonals Feinen Musiksalon. Bis dahin Songs rund um das Lesen, eher rar gesät, die Popmusik handelt selten von der stillen Beschäftigung Lesen, lieber von physischen Aktivitäten – so wie dem Unterwegssein. Das Lesen kommt eher als Metapher vor.

Gestaltung: Johann Kneihs · zur Sendereihe

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