Irlands Look Out Posts

Um seine Neutralität zu wahren, hat die Republik Irland im Zweiten Weltkrieg eine Kette von Dutzenden Aussichtsposten entlang seiner Küste errichtet. Diese Look Out Posts oder was von ihnen übrig geblieben ist, dienen nun als Projektionsfläche eines Lichtkunstprojekts des in Wien lebenden Künstlers Tim Schmelzer. Er dokumentiert für oe1.ORF.at in unregelmäßigen Abständen seine Arbeit in Irland.

Teil 1 - Irlands Ostküste

Entlang der irischen Küste befanden sich 83 der Look Out Posts, um küstennah jede militärische Aktivität zu Wasser und in der Luft zu dokumentieren. Der erste Teil der Reise führte entlang der irischen Ostküste von Ballagan Head bis Brownstone Head. In diesem Abschnitt sind bereits einige der Gebäude der Küstenposten zerstört, oder in das Meer gespült worden.

Von den damaligen Coast Watchers, die von diesen Posten die Küste beobachteten, lebt heute niemand mehr. Doch es erinnern sich noch heute viele Landbesitzer an die genauen Standorte und die Personen, welche dort ihren Dienst absolvierten. Das irische Militär beauftragte meist lokal ansässige Zivilisten für die Küstenbeobachtung.

Durch die neutrale Position Irlands lagen die militärischen Aktivitäten des Zweiten Weltkrieges weit entfernt von der Republik Irland. Um so mehr wurde der Küstenbeobachtung große lokale Aufmerksamkeit geschenkt.

Neutralität mit Augenzwinkern

Heute wird mit ein wenig Stolz darauf hingewiesen, dass es sich bei den hier beschrieben Gebäuden um irische Beobachtungsposten handelt, und nicht wie im Ersten Weltkrieg um englische, deren Ruinen man heute auch noch oft an Irlands Küstenspitzen vorfindet.

Es wird auch gerne erwähnt, wie man den Alliierten trotz Neutralitätsabkommen helfen konnte. Zum Beispiel dienten große Bodenmarkierungen zur besseren Navigation im Luftraum über Irland. Diese Bodenmarkierungen befanden sich nach den Küstenposten und waren wie diese selbst von 1 bis 83 numeriert. Amerikanische Flugzeuge, die von Nordirland aus operierten, konnte somit besser über der Republik Irland navigieren. Im Osten Irlands sind diese großflächigen Bodenmarkierungen im Zuge der landwirtschaftlichen Entwicklung heute verschwunden. Im Westen Irlands kann man allerdings noch einige dieser Markierungen finden.

Dass heute durch ein Lichtkunstprojekt wieder die Aufmerksamkeit auf die Look Out Posts gerichtet ist, wird mit großer Freude gesehen.