Folge des öffentlichen Sparzwangs

Eltern renovieren Klassenzimmer

Immer mehr Schulen schieben die Renovierung der Klassenzimmer auf die Eltern ab. Da wird verputzt und ausgemalt, Regale werden angeschafft und sogar feuerfeste Vorhänge genäht. Schuld daran sind laut Kritikern ein Zuständigkeits-Wirr-Warr, das aber System hat, und die allgemeine Budgetknappheit. Die öffentliche Hand erspart sich jedenfalls Geld.

Morgenjournal, 2.2.2012

Simon Hadler und Barbara Weinzierl

Unklare Zuständigkeiten

Dass sich Eltern an Renovierungskosten oder an direkt an den Arbeiten beteiligen, sei keinesfalls um einen Einzelfall, kritisiert Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen. Es gebe keine verbindlichen Regeln, wie ein Klassenzimmer auszusehen habe. Und die Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Schulen sei vielen Beteiligten unklar, sagt Saverschel.

Keine Mitwirkungspflicht

Saverschel fordert, dass die Schulleitungen verantwortlich sein und genügend Geld bekommen sollen. Der zuständige Sektionschef im Unterrichtsministerium, Kurt Nekula, sagt, für Bundesschulen würden den Landesschulräten 50 Millionen Euro pro Jahr zugeteilt, bei Landesschulen seien die Gemeinden zuständig. Die Budgets seien aber begrenzt. Die Eltern sieht Nekula jedenfalls nicht in der Pflicht.

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