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Wirtschaft

Vorsicht Apps: Der gläserne Nutzer

Was wäre ein Smartphone ohne Apps, die kleinen Programme die die Nutzung der schnellen Internethandys erst so richtig spannend machen. Über Apps lese ich Nachrichten, bearbeite Fotos, versende diese dann gratis übers Internet, chatte, spiele, erledige Überweisungen, schau wie das Wetter ist oder lasse mir den Weg zeigen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Aber Apps sammeln auch Daten von ihren Nutzern, was damit passiert, wissen wir nicht genau. Was ist zu beachten und wo liegen die Gefahren?

Morgenjournal, 16.11.2013

Nadja Hahn

Markus Kammerstetter studiert die Abgründe der Datenschnüffler an der technischen Universität. Und wie viele Apps hat der Sicherheitsexperte auf seinem Smartphone? Um die 50.

Vor der Datenkrake Google fürchtet sich Kammerstetter übrigens wenig. Google verwende die Daten zu Werbezwecken, damit könne man leben. Wovor man sich mehr fürchten sollte, seien bösartige Apps, die absichtlich das Telefonbuch klauen oder das Handy missbrauchen, um kostenpflichtige SMS zu schicken.

So was komme immer häufiger vor und werde meist durch Apps unbekannter Anbieter gemacht, die schon nach wenigen Tagen wieder aus den App-Stores verschwinden wenn der Schaden angerichtet ist.

Das können etwa Apps für Taschenlampen oder Spiele sein, alles was gerade beliebt ist. Bevor man eine App herunterlädt, soll man sich genau informieren, etwa welche Rechte die App haben will und ob einem das komisch vorkomme. Z.b. eine Taschenlampen-App, die Internetzugang haben wolle.

Auch Gernot Schönfeldinger vom Verein für Konsumentenschutz sagt, man soll genau darauf achten, was eine App von einem wissen will, zum Beispiel den Standort, wenn es nicht dienlich ist: außer natürlich für Navigations- oder Wetterdienste zum Beispiel, aber für Apps wie Facebook oder Zeitungen zum Beispiel sei der Standort unerheblich. Nachdenken also, bevor man Apps Zugang zu Aufenthaltsort, Adressbuch, Kalender oder Fotos gibt.

Beide Experten raten übrigens: Finger weg von Banktransaktionen über Apps. Kammerstetter: Heikle online Transaktionen solle man grundsätzlich über den PC machen, sagt Schönfeldinger, denn ein Computerbetriebssystem sei sicherer.

Außerdem solle man sich bei Apps wie Facebook oder Skype immer wieder ausloggen, auch wenn es umständlich sei. Ein Plus an Sicherheit, bedeute ein Minus an Komfort.

Auch Schönfeldinger hat viele Apps auf seinem Handy. Im Wissen, dass jeder der ein Smartphone hat, eine Datenspur hinterlässt. Die könne man zwar nicht verhindern, aber durch Vorsichtsmaßnahmen ein bisschen kleiner machen.

16.11.2013

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