Ö1 Talentestipendium 2015

Das Ö1 Talentestipendium für bildende Kunst 2015 geht an Johannes Gierlinger von der Akademie der bildenden Künste Wien. Die Ö1 Nachwuchs-Förderung in der Höhe von 10.000 Euro wird gemeinsam mit der Bank Austria vergeben. Maria Chalela-Puccini von der Universität für angewandte Kunst erhält den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis der Karl-Anton-Wolf-Stiftung.

Jurytagung

Die Fachjury hatte bei vielen sehr guten Einreichungen die Qual der Wahl.

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Die Jury tagte am 16. September 2015 im ORF RadioKulturhaus und entschied sich für den 1985 in Salzburg geborenen Künstler Johannes Gierlinger, der an der Akademie der bildenden Kunst in Wien studiert. Gierlinger arbeitet an der Schnittstelle zwischen Film und Kunst. Oft beziehen sich seine Arbeiten auf die Vergleichbarkeit von filmischen und fotografischen Prozessen.

Auch die Karl-Anton-Wolf-Stiftung hat 2015 wieder einen Förderpreis vergeben, der mit 5.000 Euro dotiert ist: Die diesjährige Preisträgerin ist die 1985 in Bogotá geborene Studentin Maria Chalela-Puccini von der Universität für angewandte Kunst in Wien. Die Künstlerin befasst sich mit Malerei und experimentellem Animationsfilm. Ihre Arbeiten handeln von Themen wie Identität, Kultur, Schönheit als Markt und dem Gefühl einer emotionalen Leere in Teilen unserer Gesellschaft.

Jurybegründung für Johannes Gierlinger:

"Die Arbeit überzeugt in ihrer konsequenten Entwicklung von einer strukturellen zu einer stärker dokumentarischen Konzeption. Die früheren fotografischen und filmischen Arbeiten sind in ihren Motiven und Erzählungen explizit medienreflexiv angelegt. Die Spannung zwischen bildhaften und sequentiellen Elementen kennzeichnet auch die jüngste Arbeit. „The fortune you seek is in another cookie“ stellt eine gelungene filmische Verknüpfung unterschiedlicher Orte, Handlungen und Zeiten auf der Suche nach dem Glück dar."

Jurybegründung für Maria Chalela-Puccini:

"Die auf Glas gemalte Animation beschäftigt sich ebenso poetisch wie humorvoll mit dem Thema des Frauseins. In schnellen, intensiven Pinselstrichen werden feministische Fragestellungen in kurzen, zeichnerischen Sequenzen aufgeworfen. Selbstironie verbindet sich in der Körperdarstellung mit einer Kritik an gesellschaftlichen Stereotypen. Die Dynamik der Animation löst in subversiver Form sowohl konventionelle Vorstellungen der Malerei als auch statische Sichtweisen persönlicher und geschlechtlicher Identität auf."

Jury

v.l.n.r.: Michael Ladstätter, Elisabeth Nowak-Thaller, Heike Eipeldauer, Anette Freudenberger, Hemma Schmutz, Sabine Oppolzer, Rainer Fuchs

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Ö1 Publikumsvoting

Der Publikumsentscheid fiel unter allen zwölf Finalist/innen zu Gunsten von Julia Rohn aus. Die 1990 in Linz geborene Studentin der Universität für angewandte Kunst Wien erhält damit die Möglichkeit ihre Werke im Rahmen der Preisverleihung des Ö1 Talentestipendiums auszustellen.

Julia Rohn arbeitet hauptsächlich mit den Medien Fotografie, Video, Zeichnung und Installation. In ihren Werken beschäftigt sie sich oft mit Alltags- und Konsumobjekten. In ihrer Serie „Superbright“ thematisiert sie auf ironische Weise das Überangebot und die Ästhetisierung von Putzmaterialien.

Das Ö1 Talentestipendium wird mit Unterstützung der Bank Austria heuer bereits zum achten Mal vergeben. Bewerben können sich Studierende an einer der vier österreichischen Kunstuniversitäten (Akademie der bildende Künste Wien, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstuniversität Linz sowie Universität Mozarteum Salzburg). Die jeweiligen Universitäten haben aus allen Einreichungen zwölf Finalisten nominiert.

Arbeiten aller drei Gewinner/innen werden im Herbst im Rahmen einer Talentebörse-Ausstellung zu sehen sein.