Traumschiff

Zuletzt kommt der Tod. Das ist die unumstößliche Regel im Leben. Dass das Sterben eine Reise auf dem Boot über den Fluss hin zum anderen Ufer ist, gehört zu den ältesten Topoi der Literatur. Der deutsche Schriftsteller Alban Nikolai Herbst erweitert in seinem Roman "Traumschiff" den Fluss zum Meer und das Boot zum Kreuzfahrtschiff.

Christa Nebenführ

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Alban Nikolai Herbst, "Traumschiff", Roman, Mare Verlag

So beginnt der Stream of Consciousness, in dem der Roman verfasst ist. Der Protagonist Gregor Lanmeister richtet seine Aufmerksamkeit vornehmlich darauf, welche Passagiere zu jenen gehören, die das "Bewusstsein" haben. Das Bewusstsein mit dem Wissen um die eigene Sterblichkeit oder den nahen Tod zu umschreiben, würde aber zu kurz fassen. Es ist eine beneidenswerte Leichtigkeit und Abgeklärtheit, die sich im Lauf der Handlung immer deutlicher entfaltet und auf die Lesenden überspringt.

Vorerst aber geht es Gregor Lanmeister nur darum, herauszufinden, welche der 450 Reisenden zur Gruppe der Todkranken gehören und die gebuchte Stecke bis zu ihrem "Fortgang" ohne Aufzahlung wieder und wieder abfahren dürfen.