Zeit-Ton extended

Verflechtungsfragen - Kollektiv indifferent. Gestaltung: Astrid Schwarz gemeinsam mit Kollektiv indifferent

Eine akustische Retrospektive mit einem Ausblick in die Zukunft des Kollektiv indifferent bietet dieser "Zeit-Ton extended". Im Mittelpunkt steht dabei das Werk der vier multimedial arbeitenden Musikerinnen Veronika Mayer, Lale Rodgarkia-Dara, Christine Schörkhuber und Hui Ye.

Dass ein Ende per se nicht romantisch einen Neuanfang markiert, sondern zunächst einen Moment des Stillstandes bedeutet, des Sich-Wehrens, des Zorns, des Wegsehens, der Traurigkeit und der Frustration, ist etwas, das in der zeitgenössischen Musik kaum vorkommt. Immer wieder und gerne wird der Phönix aus der Asche gehoben und das Moment der Dichotomie betrachtet - und dabei die scheinbar dünnen Fäden und dicken Baumstämme, Pflöcke und Klänge, die sich zwischen den Protagonistinnen mit Teer, Klang, Marillenmarmelade, Hilflosigkeit, Liebe und Verständnis gesponnen haben. Verflechtungen überspannen den Raum, wirken wechselseitig. Denn wenn LED-Lichter und Facebook-Events die temporären Räume hell überstrahlen, bleibt in Wirklichkeit in der stromfreien Zeit genug Raum für Bindungen und letztlich das Erschrecken, wenn sie einmal reflektiert betrachtet werden.

In dieser Ausgabe des "Zeit-Ton extended" wird das Kollektiv indifferent diesen Moment zelebrieren. Denn mit Ende Jänner 2016 wird ein im Juli 2012 gestartetes Unterfangen in der Wiener Sechshauserstraße 28 ein Ende finden. Ein semiöffentlicher Hackerspace, den sich das Kollektiv mit Mz. Baltazars Laboratory teilte und der Ort von Workshops, Workspaces und Ausstellungen war. Die Wege trennen sich, die Räumlichkeiten werden verlassen, das Kollektiv indifferent begibt sich auf die Wanderschaft. Es ist die Konzentration auf das Zuhören; auf die Suche nach der anderen Seite des Klanges.

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