Zukunftsweisende Architektur in Hamburg und Vergangenheitsbewältigung in den USA

Reisemagazin, u.a. mit: Die Geschichte einer Unmöglichkeit - Ein Lokalaugenschein zum 1. Geburtstag der Hamburger Elbphilharmonie. Von Ursula Burkert; Ein Schlachtfeld als Attraktion. Zu Besuch im National Military Park in Vicksburg, Mississippi. Von Matthias Haydn.
Redaktion: Ursula Burkert

Am 11.Jänner 2017 wurde das neue Wahrzeichen Hamburgs nach mehr als einem Jahrzehnt Bauzeit feierlich eröffnet. Schon davor war der gläserne Aufbau auf dem ehemaligen Kaispeicher A an der Westspitze der Hafencity zur Kultur-Ikone avanciert. Die Idee, den von drei Seiten von Wasser umgebenen Speicher als Sockel für eine neue, noch nie da gewesene Architektur zu verwenden, stammt von einem visionären in Hamburg lebenden Paar, dem New Yorker Projektentwickler Alexander Gérard und der Linzer Kunsthistorikerin Jana Marko. Die beiden suchten den Kontakt zum Schweizer Architekten-Duo Herzog & de Meuron und schnell war das Konzept einer sich aufbäumenden Welle oder eines Segels auf dem vorhandenen Ziegelrechteck geboren.

Bis zur Vollendung des Gebäudes, das mit seiner gläsernen Fassade die alte, zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Speicherstadt aufs anmutigste kontrastiert, war es ein langer steiniger Weg. Die Baukosten explodierten, private Mäzene zogen sich zurück, es wurde ein längerer Baustopp verfügt, das Projekt neu überdacht. Die Hamburger Bevölkerung war verunsichert, stimmte aber bei einer Umfrage im August 2011 zu 70% für die Fertigstellung des Gebäudes. Tatsächlich nahm die gewaltige Skulptur aus Stein und Glas sieben Jahre nach dem geplanten Termin ihre Konzerttätigkeit auf. Der aus Wien stammende Generalintendant Christoph Lieben-Seutter begleitete den Prozess.

Vicksburg ist eine Kleinstadt im US Bundesstaat Mississippi und liegt am Ostufer des "Ol' Man River". Während des Amerikanischen Bürgerkrieges war die Stadt von großer Bedeutung. Der Grund dafür war die über den Mississippi nach Westen verlaufenden Mississippi Central Railroad und ihre beherrschende Lage am Mississippi. Am 22. Mai 1863 wurde die Stadt von Unionstruppen angegriffen. Am 4. Juli kapitulierte sie vor General Grant, der damit zum neuen Kriegshelden des Nordens aufstieg. Damit beherrschte die Flotte des Nordens den Mississippi und konnte den Nachschub in den Süden ungehindert organisieren und durchführen.

Das einstige Schlachtfeld ist heute ein Nationalpark - ein militärischer Nationalpark. Auf einer Fahrt durch das mehr als 700 ha große hügelige Gelände kann man die einstigen Stellungslinien der verfeindeten Heere sehen und mehr als 1.300 historische Monumente besichtigen, die im Verlauf der letzten 150 Jahre auf dem Areal errichtet wurden. Auf dem riesigen Friedhof, der sich ebenfalls auf dem Gelände befindet, wurden mehr als 18.000 gefallene Soldaten beider Seiten bestattet.

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