Johannes Bär, Trompete

Erste Versuche auf dem Instrument machte er mit drei Jahren, mit fünf hatte er seinen ersten Auftritt: Johannes Bär, Jahrgang 1983, der Trompete bei Hans Gansch am Salzburger "Mozarteum" studiert. Der begabte Musiker ist ein Multitalent - und komponiert auch.

J. Bär und das "Altenburg Trompetenensemble"

"Professor Gansch ist ein international renommierter und erfolgreicher Trompeter - und außerdem auch ein sehr guter Pädagoge. Und da ich später einmal im Orchester spielen möchte und weiß, dass sehr viele seiner Schüler beim Probespiel erfolgreich sind und engagiert werden, habe ich mich nach meiner vorhergehenden Ausbildung für ihn entschieden", erzählt Johannes Bär, gebürtiger Vorarlberger, Jahrgang 1983, der seit dem Vorjahr bei Hans Gansch das Konzertfach Trompete an der Salzburger "Mozarteum"-Universität studiert.

Seinen ersten Trompeten-Unterricht hatte Johannes bereits mit drei Jahren bei seinem Vater, einem talentierten Hobbymusiker, der 1981 die Vorarlberger Gruppe "Familienmusik Bär" gegründet hat, erhalten. Von 1992 bis 1996 wurde er bei Josef Eberle an der Musikschule Dornbirn ausgebildet. Danach studierte er bei Lothar Hilbrand am Landeskonservatorium Vorarlberg, wo er im Vorjahr mit Auszeichnung abschloss. Sein Studium am "Mozarteum" wird der begabte Trompeter voraussichtlich in etwa drei Jahren beenden.

Erster Auftritt mit fünf Jahren

Seinen ersten Auftritt hatte Johannes bereits mit fünf bei einem Konzert der "Familienmusik Bär": "Es war im Montforthaus in Feldkirch und ich habe auf dem Flügelhorn einen kurzen Vorarlberger Jodler gespielt", erinnert sich der junge Musiker. Ob er nervös war? "Ich habe damals gar nicht realisiert, dass etwas schief gehen könnte und deshalb war ich eigentlich nicht nervös - wie ich es heute schon manchmal bin."

Bei der "Familienmusik Bär", die sich der traditionellen Volksmusik widmet, spielen alle seine Geschwister - außer dem Vater, der von Beruf Heizungstechniker ist, auch seine zwei Schwestern und zwei Brüder - mit. Und zwar Blechblasinstrumente: Tuba, Horn und Flügelhorn. Und Bruder Bernhard, der älteste von ihnen, unterrichtet Trompete an der "Anton Bruckner Privatuniversität" in Linz.

Nicht vom Instrument beherrschen lassen

"Das größte Problem bei der Trompete ist, keine Angst vor dem Instrument zu haben. Man kann bei der Trompete jeden Ton - gleichgültig in welcher Lage oder Lautstärke -falsch anspielen. In der Fachsprache heißt das ankieksen. Wenn man also zu früh zu schwierige Stücke spielt, beherrscht einen das Instrument - und es sollte natürlich umgekehrt sein. Dazu bedarf es sehr grundlegender Übungen, wie man Töne sauber anspielt. Und natürlich ist die Atmung das Um und Auf bei der Trompete", erklärt Johannes Bär die spezifischen Probleme.

Und es gibt zwei verschiedene Richtungen: "Die klassische Schule und den Jazz. Das sind zwei völlig verschiedene Schulen. Nur wenige Trompete beherrschen wirklich beides. Ich spiele zum Hobby sehr gerne Jazz, aber ich würde nicht behaupten, dass ich es professionell spiele", erläutert der Nachwuchsmusiker.

Als Orchestermusiker beginnen

"Ich möchte zuerst in einem Berufsorchester spielen. Aber es ist nicht einfach, eine Stelle zu bekommen, denn es gibt viele gute Trompeter. Ob ich später eine solistische Laufbahn anstrebe - da bin ich mir noch nicht ganz sicher", so Bär über seine Zukunftsperspektiven.

Außer im Universitätsorchester konzertiert der junge Trompeter aber schon fleißig mit den Ensembles "Pro Brass", "Sound Inn Brass" und der Vorarlberger Gruppe "Stella Brass", wo er begonnen hat. Im Rahmen dieser Mitwirkung hat der junge Musiker bereits zahlreiche Tourneen absolviert und ist in fast ganz Europa, in Russland, Japan, Südkorea und China aufgetreten.

Mehrfach ausgezeichnet

Das Ausnahmetalent Johannes Bär wurde natürlich auch bereits mehrfach ausgezeichnet. So hat der Nachwuchs-Trompeter bereits zahlreiche Erste Preise im Rahmen des "Prima la Musica"-Wettbewerbs im Solo- und Ensemble-Spiel gewonnen.

"Es waren sehr wichtige Erfolge, denn sie haben meine Lehrer und natürlich mich sehr bestätigt. Und so habe ich Professor Gansch kennen gelernt und durfte inzwischen schon mit ihm auf der Bühne stehen."

Auch Komponist

Aber auch auf einem anderen musikalischen Gebiet hat Bär bereits sein Talent bewiesen - und zwar als Komponist: "Das hat so etwa mit elf, zwölf Jahren ganz einfach begonnen. Ich saß am Klavier und habe Töne angeschlagen. Und mit der Zeit hat es sich weiterentwickelt. Ich habe dann Stücke für Blechbläser geschrieben. Das wurde immer mehr. Vor zwei Jahren rief mich Martin Zimmer, der Leiter von Bregenzer Kulturinitiative "KON:TUR" an und fragte, ob ich ein Gedicht des Vorarlberger Mundartdichters Gebhard Wölfle im Pop-Stil vertonen würde. Und das Stück wurde dann beim Medienempfang in Vorarlberg uraufgeführt."

Inzwischen hat Bär bereits etliche Auftragskompositionen für u. a. die "KON:TUR", für die Musikvereine Andelsbuch und Müselbach, den "Werkraum Bregenzerwald" - und nun auch für das "Mozarteum"-Universitätsorchester geschrieben: "Ich wurde vom Universitäts-Orchester gefragt, ob ich ein kurzes Stück für vier Trompeten und Orchester komponieren könnte. Wir stehen nun vor den Proben, da das Stück Ende dieses Monats aufgeführt wird", freut sich das Multitalent.

CD mit Wölfle-Gedichten

Ob das Komponieren auch ein berufliches Standbein werden könnte, lässt er sich offen: "Es wird sich herausstellen, wie es weiter geht. Aber ich werde sicher weiterhin komponieren. Im Moment geht es sehr gut und ich habe viele Aufträge", erzählt Bär.

Und in diesem Juni nimmt er anlässlich des 100. Todestages des Vorarlberger Mundartdichters für "KON:TUR" mit einer Band vertonte Wölfle-Gedichte für eine CD auf, die im kommenden September erscheinen soll und für ein junges Publikum gedacht ist.