Den Betrieb "von der Pieke auf" gelernt

Er ist "ein Kind dieses Hauses": "Konzerthaus"-Generalsekretär Christoph Lieben-Seutter. Jüngst präsentierte er das heurige "Musikfest"-Programm, in dessen Rahmen das "Gipfeltreffen" von Berliner und Wiener Philharmonikern steht.

Das Haus ist ihm wohl vertraut, den Betrieb hier hat er "von der Pieke auf" gelernt und seit der Saison 1996/97 ist er Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft: Christoph Lieben-Seutter. Während seiner Amtszeit wurde die Totalrenovierung des Konzerthauses 2001 abgeschlossen, die allgemeinen Veranstaltungszyklen sind erfolgreich, Spezialschwerpunkte wie "Resonanzen" oder "Wien Modern" ebenso.

Erst kürzlich präsentierte er das Programm des "32. Internationalen Musikfestes der Wiener Konzerthausgesellschaft" im Rahmen der "Wiener Festwochen", das am 6. Mai mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle eröffnet wird. Gefolgt vom "musikalischen Gipfeltreffen" zwei Tage später: Berliner und Wiener Philharmoniker werden dann gemeinsam Gustav Mahlers 6. Symphonie aufführen. Diesmal ist Lieben-Seutter im Ö1 "Klassik-Treffpunkt" bei Haide Tenner im KulturCafe des RadioKulturhauses live zu Gast.

"Ein Kind dieses Hauses"

Der Präsident der Wiener Konzerthausgesellschaft Heinrich Haerdtl betonte bei der Vorstellung des neuen Generalsekretärs 1996 u.a., dass man sich mit Christoph Lieben-Seutter für einen Kandidaten entschieden habe, der mit dem Haus wohl vertraut ist und hier den Betrieb "von der Pieke auf" gelernt hat.

"Ich bin ein Kind dieses Hauses" bekannte Lieben-Seutter, der sich "in ein gemachtes Bett" setzen kann, "in einen tollen Betrieb mit einem tollen Programm". Nach drei Jahrzehnten, die von einer unerhörten Expansion geprägt waren, sah der neue Generalsekretär einen Endpunkt der Möglichkeiten zu weiteren Ausweitungen im quantitativen Angebot und sprach sich für eine Phase der Konsolidierung, mit einer Durchleuchtung der Organisation, der Programme, deren Bandbreite unbedingt erhalten werden sollte, aus. Und er bekannte sich zum Abonnement-System: Dieses habe nicht nur wirtschaftlich Bedeutung, "es ist auch eine mentale Einstellung".

1988 Konzerthaus-Direktionsassistent

Geboren 1964 in Wien arbeitete er nach der Matura ab 1982 als technischer Assistent bei Philips in Wien, wo er eine profunde Ausbildung als Software-Ingenieur, wie auch als Marketing-Assistent für die europaweite PC Distribution erhielt und auch in München und Oxford tätig war. 1988 holte ihn Generalsekretär Alexander Pereira als Direktionsassistent an das Wiener Konzerthaus, wo er sich in den folgenden fünf Jahren mit praktisch allen Aufgabengebieten des Konzertwesens vertraut machte.

Mit dem Amtsantritt von Karsten Witt in der Saison 1990/91 übernahm Lieben-Seutter als Betriebsdirektor die gesamte Termin-Koordination sowie Budgetplanung des künstlerischen Bereiches im Konzerthaus, bis ihn Alexander Peireira 1993 an das Opernhaus Zürich holte, wo er als Leiter der Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Dramaturgie verantwortlich zeichnete.

CD der Woche
Dietrich Fischer-Dieskau, Daniel Barenboim, Gustav Maler, "Lieder", Emi 4767802

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