Sylvia Mattl-Wurm, Wienbibliothek

Als Direktorin der Wienbibliothek schätzt Sylvia Mattl-Wurm an Ö1 besonders die Kulturberichterstattung. Berufsbedingt kann sie untertags kaum Radio hören, am Wochenende gehört Ö1 aber einfach dazu. Da sind alle Radios in der Wohnung eingeschaltet.

Meine spontanen Assoziationen zum Begriff "Radio"? Die kommen aus meiner Kindheit. Da war Radio sehr wichtig - eine Verbindungsschnur zur Welt. Mit der Musik der Zeit, damit hat uns Radio versorgt.

Zu Ö1 bin ich Ende der 1970er Jahre gekommen, das hat schon während meines Studiums (Geschichte und Kunstgeschichte, Anm.) begonnen, und der Hauptgrund waren dann die Informationssendungen. Ö1 hat sich im journalistischen Bereich schon damals als kritischer Sender etabliert. Wenn man in einer Kulturinstitution arbeitet, ist ein Sender wie Ö1 ein Geschenk. Weil vieles von dem, was wir machen oder was sich in unseren Archiven befindet, über den Sender transportiert wird.

"Gedanken für den Tag" und Morgenjournal, das ist der Tageseinstieg bei mir. Berufsbedingt kann ich Ö1 dann tagsüber nicht mehr hören, und auch am Abend kaum, da unternehme ich was und während eines Essens oder während eines Gesprächs mag ich es nicht.

Am Wochenende höre ich natürlich mehr: "Hörbilder", "Klassik-Treffpunkt", das Mittagsjournal, das ist aus den Radios im Wohn- und im Arbeitszimmer und in der Küche zu hören - damit man nichts überhört, wenn man sich in der Wohnung bewegt. Ich mag auch die Hörspiele sehr gern und - immer noch - "Diagonal", eine gleichbleibend gute Sendung, auch wenn der Stil manchmal der Stil der letzten zwei Jahrzehnte ist.

Was ein Sender wie Ö1 leisten sollte? Den guten, alten Bildungsauftrag. Das bedeutet, auch über zeitgenössische Kultur und Wissenschaft zu berichten und einen möglichst breiten Überblick zu geben, damit man weiß, was diesbezüglich Relevantes geschieht. Unterhaltende Sender allein gibt es ja mehr als genug.