Salzburger Osterfestspiele in Ö1

Vorbei sind die Salzburger Osterfestspiele noch nicht, ab Freitag wird das gesamte Programm wie gewohnt spiegelverkehrt wiederholt - vom letzten Konzert bis zur Oper am Ostermontag. Auf Österreich 1 können Sie Höhepunkte der Osterfestspiele miterleben.

Zweiundzwanzig Jahre war Herbert von Karajan Motor und Zentrum der 1967 gegründeten Osterfestspiele. Die Opern dirigierte der Chef immer selbst: Werke von Wagner, Puccini und Verdi, später auch "Fidelio", "Carmen" und "Don Giovanni". Nur bei den Orchesterkonzerten der letzten Jahre ließ sich Karajan fallweise von Riccardo Chailly, Sir Georg Solti und Kurt Masur vertreten.

Masur, Haitink und Solti führten dann auch die Osterfestspiele nach Karajans Tod 1989 weiter. Ab 1994 war mit Claudio Abbado wieder ein Chefdirigent der Berliner Philharmoniker künstlerischer Leiter der Osterfestspiele.

Neue Musik bei den Kontrapunkten

Das Konzept, eine Oper und drei Orchesterkonzerte jeweils zweimal im Großen Festspielhaus zu spielen, wurde beibehalten. Neu hingegen waren die Kontrapunkte, eine Konzertreihe im Mozarteum mit vorwiegend Neuer Musik. Allerdings ebenfalls interpretiert von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker.

Herbert Wernickes Inszenierung von Mussorgskijs "Boris Godunow" und Alban Bergs "Wozzek" sorgten für neue Impulse auf der Opernbühne. Die Auszeichnung junger Komponistinnen und Komponisten, Literaten und bildender Künstlerinnen und Künstler mit Preisen wie dem von der italienischen Grappa-Dynastie gestifteten Prix Nonino und dem Prix Eliette erweiterten den künstlerischen Radius der Osterfestspiele in den neunziger Jahren.

Erweiterung des Opernrepertoires

Seit 2002 heißt der künstlerische Leiter der Osterfestspiele Sir Simon Rattle. Ihm ist die Erweiterung des Opernrepertoires auf Benjamin Britten und Claude Debussy zu verdanken. Aber auch die Rückkehr zum Beginn der Osterfestspiele: Seit 2007 steht wieder "Der Ring des Nibelungen" auf dem Spielplan, eine Koproduktion mit dem Festival d'Art Lyrique d'Aix-en-Provence.

Heuer steht Richard Wagners Oper "Siegfried" auf dem Programm, wie alle Werke der Tetralogie, inszeniert von Stéphane Braunschweig.

Schumann als Kontrapunkt

Die drei Kontrapunkte-Konzerte kreisen heuer um Robert Schumann. Das erste mit Kammermusik von Schumann und Bernd Alois Zimmermann thematisiert "auskomponierte Widersprüchlichkeit". Nachzuhören am Donnerstag, dem 9. April um 19:30 Uhr. Eine Woche später, am 16. April, ist das dritte Konzert der Kontrapunkte zu hören. Schumanns Es-Dur Klavierquintett wird hier einem Klaviertrio von Wolfgang Rihm und dem Streichquintett op. 77 von Antonín Dvorák gegenübergestellt.

Schließlich spiegeln sich die Osterfestspiele 2009 auch mit einem Philharmonischen Konzert in Ö1: In Kurt Weills Ballett mit Gesang und kleinem Orchester "Die sieben Todsünden" wird unter anderem Angelika Kirchschlager zu hören sein. Der Solohornist der Berliner Philharmoniker, Stefan Dohr, spielt das Hornkonzert von Richard Strauss und alle gemeinsam zum Abschluss Beethovens 5. Symphonie. Am Pult dieses Orchesterkonzerts steht Sir Simon Rattle.

Mehr zu den Osterfestspielen in oe1.ORF.at
"Siegfried" in Salzburg

Hör-Tipps
Osterfestspiele Salzburg 2009, Donnerstag, 9. April 2009, 19:30 Uhr

Osterfestspiele Salzburg 2009, Donnerstag, 16. April 2009, 19:30 Uhr

Osterfestspiele Salzburg 2009, Freitag, 17. April 2009, 19:30 Uhr

Link
Osterfestspiele Salzburg