Frankreichs verzweifelte Bauern

In Paris haben tausende französische Bauern wegen des Verfalls ihrer Einkommen Hilfen der Regierung gefordert. Die Landwirte rollten am Dienstag mit rund 1.300 Traktoren in die Hauptstadt.

Abendjournal 27.04.2010

Getreidebauern verlangen Soforthilfe

Die Getreidebauern verlangten Soforthilfen für den Export, damit sie mit ihrer nächsten Ernte auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig bleiben könnten.

34 Prozent weniger Einnahmen

Laut dem Bauernverband FDSEA beteiligten sich an dem Protest rund zehntausend Landwirte. Die Einnahmen der französischen Bauern sind im vergangenen Jahr im Schnitt um 34 Prozent gefallen.

Reform der europäischen Agrarpolitik

Gleichzeitig forderten die Landwirte eine Senkung von Umweltauflagen und Sozialabgaben und drängten die Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy, ihre Interessen bei der Reform der europäischen Agrarpolitik entschlossen zu verteidigen. "Sarko an die Arbeit! Verramsch' deine Landwirtschaft nicht", stand auf einem Schild an einem Traktor.

Regulierung der Agrarwirtschaft

Agrarminister Bruno Le Maire forderte die EU-Kommission auf, vorerst stärker auf dem Getreidemarkt einzugreifen, um Lagerbestände abzubauen und die Preise zu stützen. In Frankreich wie in Europa sei auch künftig "eine sehr starke Regulierung" der Agrarwirtschaft nötig, um die starken Preisschwankungen auszugleichen und "die Zerstörung tausender Betriebe" zu verhindern, sagte er im Sender France Info.

Größter Empfänger von EU-Agrarhilfen

Frankreich ist der größte Empfänger von EU-Agrarhilfen; seine Landwirte erhalten rund 20 Prozent der Zahlungen aus Brüssel. Die gemeinsame Agrarpolitik soll bis 2013 grundlegend reformiert werden.