Alexandra Soumm, Violine

Ersten Unterricht erhielt sie vom Vater: Alexandra Soumm, gebürtige Russin, studiert an der Konservatorium Wien Privat-Uni. 2010 gewann die Geigerin den "BBC Young Generation Artist Prize" und brachte ihre zweite CD heraus.

Alexandra Soumm spielt Violin-Sonaten von Edvard Grieg.

Edvard Grieg: Sonate für Violine u. Klavier in F-Dur, op.8, 3. Satz; Sonate für Violine u. Klavier in G-Dur, op. 13, 3. Satz; Sonate für Violine u. Klavier in C-Moll, op. 45, 2. und 3. Satz (Ausschnitte).

"Ich komme aus einer Musiker-Familie: mein Vater ist Geiger, meine Mutter ist Pianistin und mein Großvater war Geiger. Also war bei mir wahrscheinlich schon alles da, als ich noch ungeboren war. Den ersten Unterricht erhielt ich mit fünf von meinem Vater. Schon zwei Jahre später gab ich mein erstes Konzert in der Ukraine. Mein Vater war sehr streng und hat in seiner Freizeit mit mir geübt. Er hat mir sehr viel beigebracht", berichtet Alexandra Soumm, gebürtige Russin aus Moskau, Jahrgang 1989, über ihren Beginn.

Seit dem Jahr 2000 studiert die junge Musikerin Konzertfach Geige bei Boris Kuschnir an der Konservatorium Wien Privatuniversität. Abschließen wird sie voraussichtlich 2013. Auf der Suche nach dem besten Lehrer für seine Tochter hatte der Vater Soumms in Boris Kuschnir schließlich den idealen Pädagogen gefunden. Von 2000 bis 2008 absolvierte sie an der Kunst-Universität Graz den Vorbereitungslehrgang.

Solistin und Kammermusikerin

"Solo-Spiel und Kammermusik müssen parallel sein, denn es beeinflusst sich gegenseitig. Wenn man zum Beispiel ein Beethoven-Quartett spielt, dann spielt man sein Konzert ganz anders", erläutert Soumm. Inzwischen hat sie in verschiedenen Kammer-Ensembles mit Musikern wie Leonidas Kavakos, Julian Rachlin, Fazil Say und Lars Vogt musiziert.

Rund 45 Konzerte im Jahr

Seit 1996 konnte die junge Geigerin, die rund 35 Orchester-Konzerte und zehn Solo-Abende im Jahr gibt, große Konzert-Praxis sammeln: so trat sie unter anderem mit dem Russischen Nationalorchester, den St. Petersburger Philharmonikern, den Moskauer Solisten, den Grazer Philharmonikern, den Londoner Mozart Players, sowie dem Wiener Kammerorchester auf:

"Eine wichtige Erfahrung für mich war mein Debüt mit dem Israel Philharmonic 2006 unter Yuri Levi, wo ich das Paganini-Violinkonzert gespielt habe. Ebenso mein Auftritt mit dem Orchestre de Paris unter Neeme Järvi mit dem Bruch-Violinkonzert. Damals durfte ich für Itzhak Perlman einspringen, weil er für Barak Obama spielte."

Von Europa bis Japan

Bis Ende Mai 2011 absolvierte Alexandra Soumm zahlreiche Konzerte in Europa und Japan. Mit dem Orchestre de Paris war sie davor in Paris mit Glasunow zu hören. Im Mai absolvierte sie eine Israel-Tournee mit dem Israel Philharmonic Orchestra: "Ich durfte unter Herbert Bloomstedt das 3. Mozart-Violinkonzert spielen. Weiters habe ich bei einem Kammermusik-Konzert mitgewirkt. Und ich durfte zum ersten Mal an der Universität in Tel Aviv eine Master Class leiten - es war eine wichtige Erfahrung", berichtet die gefragte Geigerin.

Danach nahm sie an der "Seiji Ozawa Academy" in der Schweiz teil, wo sie als Kammermusikerin mitwirkte. Zuletzt absolvierte Soumm mit dem "NHK Symphony Orchestra" unter Markus Poschner eine Japan-Tournee.

BBC-Young-Artist-Prize 2010

Das Ausnahmetalent wurde bereits mehrfach mit nationalen wie internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter 2004 als Siegerin des 12. Eurovisions-Wettbewerbs in Luzern. 2010 gewann Alexandra Soumm den BBC Young Generation Artist Prize: "Bis 2012 werde ich nun mit allen BBC-Orchestern spielen. Die Konzerte werden auch gesendet. Und zwei bis drei Mal im Jahr werden auch Solo-Konzerte aufgenommen. Das ist natürlich eine ganz tolle Chance."

Neue CD mit Grieg-Sonaten

Inzwischen hat Alexandra Soumm ihre zweite CD herausgebracht, auf der sie die drei Violin-Sonaten von Edvard Grieg interpretiert: "Die Grieg-Sonaten wurden seit rund 20 Jahren nicht mehr aufgenommen. Meist spielt man nur die dritte. Aber auch die anderen Sonaten sind sehr interessant: die erste entstand in jungen Jahren, als Griegs Stil noch nicht ausgeprägt war. Die zweite schrieb er nach seiner Heirat – man fühlt so viel Liebe. Diese Musik passt ideal zu meiner gegenwärtigen Lebensphase."

Eine Stradivari aus 1735

Soumms kostbarer Geigenklang kommt übrigens von einer Stradivari: Es ist eine Violine von Omobono Stradivari, einem der Söhne des berühmten Meisters, aus dem Jahr 1735. Mit dieser wichtigen Leihgabe unterstützt Machold Rare Violins in Wien die junge Künstlerin.

Nicht nur Karriere, auch soziale Kompetenz

Wie lauten die Zukunftswünsche der erfolgreichen Geigerin, für die soziales Engagement ebenso wichtig ist?

"Natürlich will ich mit ersten Orchestern und Musikern spielen dürfen. Wichtig ist mir aber derzeit, eine Organisation zu bilden, in deren Rahmen Künstler in die Schulen kommen und mit Kindern über ihre Arbeit sprechen. Besonders in Frankreich, wo viele Zuwanderer nicht integriert sind, ist das wichtig. Und Musik, Kunst kann dazu beitragen, dass diese Menschen sich wohler fühlen. Viele von ihnen würde ich gerne im Konzert sehen - das ist meine größte Hoffnung für die Zukunft", so Alexandra Soumm.