Kattner, Jakob - Filmemacher und Musiker

Er ist ein Multitalent: Jakob Kattner, der an der Kunst-Uni Linz bereits zwei Studien erfolgreich beendet hat und nun seinen Doktor macht. Seine Palette reicht von Trainer, Journalist bis zu Film und Musik. Der Dok-Film "Calle Libre" des begeisterten Musikers, der an einer neuen CD arbeitet, hatte am 27. April beim Linzer crossing-europe-Festival Premiere.

Jakob Kattner als Rapper "Big J"

"Kraunk" aus Kattners letztem Album "Audiokush".

"Den künstlerischen Zugang habe ich sehr früh gefunden: seit meinem elften Lebensjahr mache ich Musik.

Und ich war auch bald journalistisch tätig. Mein Vater hat den nicht-kommerziellen OÖ. Radiosender 'Radio Fro' gegründet, wo ich meine eigene Sendung hatte.

An der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe, wo ich auch in bildnerischer Erziehung maturierte, habe ich begonnen, mich mit Kunst zu beschäftigen. Damals suchte ich nach einem Kunst-Studium, das mir große Freiheit lässt - und das war die Klasse für experimentelle Mediengestaltung", erzählt Jakob Kattner, gebürtiger Linzer, Jahrgang 1984, über seine Anfänge.

Seit Herbst 2010 absolviert der doppelte Magister an der Kunstuniversität Linz das neue Doktorat-Studium (PhD), das eine künstlerisch-wissenschaftliche Arbeit vorsieht. Abschließen wird er bis Herbst 2013.

Davor hatte Kattner 2009 an der Linzer Kunst-Uni den Magister in Kulturwissenschaften mit Auszeichnung erlangt. Im März 2010 erhielt er den Magister in Bildender Kunst, ebenfalls mit Auszeichnung.

Erasmus-Semester in Zürich

2007/08 hatte Kattner ein Erasmus-Semester an der Hochschule der Künste in Zürich, wo er sich im Film-Departement vor allem dem Bereich Produktion widmete.

Doktorarbeit über Street Art

In seiner Doktorarbeit beschäftigt er sich mit Graffiti-Kunst und Street Art in Lateinamerika.

Ausgewählt für die Ö1 Talentebörse wurde Jakob Kattner für die Ö1 Talentebörse von seinem "Doktor-Vater" Herbert Lachmayer u.a., da "für Jakob Kattner die Vermittlungsstrategie soziokultureller und künstlerischer Inhalte immer auch Forschungsstrategie, und umgekehrt" war.

Musik und Film im Fokus

Der Tätigkeitsbereich des Multitalents reicht unter anderem von Infotrainer, Journalist, künstlerischer Leiter bis zu Musiker und Filmemacher:

"Ein Schwerpunkt meines künstlerischen Schaffens ist die Musik, der Rap. Ich führe aber auch selbst Regie und produziere meine Musik-Videos – es spielt alles ineinander.

Durch diese Film- und Videoarbeiten bin ich schließlich zum Dokumentarfilm gekommen."

"Calle Libre" bei crossing europe 2012

Zu einer der wichtigsten und aktuellsten Arbeiten von Jakob Kattner zählt sein Dokumentarfilm "Calle Libre" (Freie Straße), der 2011 im Rahmen einer Forschungsreise durch Lateinamerika entstanden ist. Seine Weltpremiere hatte der Dok-Film am 27. April 2012 beim Linzer Festival crossing europe:

"Mein Dok-Film beschäftigt sich mit Street Art und Graffiti-Kunst in Lateinamerika. Ich zeige die verschiedenen Ausdrucksformen, Strategien, und Motivationen der Künstler, die diesen neuen Trend ausgelöst haben – denn es gibt in diesem Raum sehr viel Potential", erläutert Kattner, der früher selbst einer Graffiti-Crew angehörte.

"Big J" mit neuer CD

Und derzeit arbeitet Kattner, der sich als Musikkünstler "Big J" nennt, an einem anderen wichtigen Projekt: einem neuen Album, das bis Ende 2012 erscheinen soll:

"Ich möchte weg vom konventionellen HipHop-Rap und einen neuen Sound kreieren. Dabei experimentiere ich mit Einflüssen aus Lateinamerika, aber auch mit Elektronik", berichtet Kattner, der seine Neueinspielung im eigenen Label "Brooklyn's Finest" herausbringt.

mumok-Jugend-Workshops im Mai

Aber auch die Förderung junger Talente in den Bereichen zeitgenössische Musik und alternativer Kunstformen ist Kattner ein Anliegen:

So finden am 3. und am 24. Mai 2012 im Wiener mumok Workshops zu "Street Art und Writing" sowie zu Breakdance statt, die Kattner konzipiert hat.

Preise und Arbeitsstipendium

Inzwischen wurde Jakob Kattner mehrfach ausgezeichnet, darunter 2006 mit dem Kulturförderpreis "Linz Export", wodurch er seinen ersten Dok-Film "Real HipHop" in New York realisieren konnte, sowie mit zwei "Austrian Newcomer Awards" (2003: "Beste Band", 2005: "Bester Einzelmusiker").

2011 wurde Kattner eine besondere Ehre zuteil: er erhielt das Postgraduate Stipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung für seine Doktorarbeit, das ihm die Forschungsreise nach Kolumbien, Guatemala, El Salvador, Honduras, Mexico, Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien ermöglichte.

Die Vielseitig bewahren

Wie lauten die Zukunftswünsche des außergewöhnlichen Talents?

"Dass meine Vielseitigkeit Früchte trägt, und ich künftig von meiner Musik und meinen Filmen leben kann. Wichtig wäre mir auch, mein Wissen an einer Universität weitergeben zu dürfen", so Jakob Kattner.

Service

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