Kommunisten räumen bei Graz-Wahl ab

Bundespolitische Ereignisse haben in der Regel wenig Einfluss auf die Kommunalpolitik. Bei der Grazer Gemeinderatswahl scheint jedoch eine allgemeine, bundesweite Stimmungslage auf das Ergebnis durchgeschlagen zu haben. Vor allem ÖVP und KPÖ haben diese Einflüsse zu spüren bekommen, sagt das Meinungsforschungsinstitut Sora, das für den ORF eine Wahlmotivumfrage und eine Wählerstromanalyse erstellt hat.

Morgenjournal, 26.11.2012

ÖVP verliert an Nichtwähler

Die Grazer Volkspartei verliert am stärksten von allen Parteien an die Nichtwähler - 6.000 Stimmen. Auch der deutliche Abgang an die Freiheitliche Partei dürfte dem Motiv "Protest" zuzurechnen sei. ÖVP-Abwanderer nennen als Begründung für die ÖVP-Abkehr die Themen Bildung und Korruption.

Die bundesweite Korruptionsdiskussion findet auch Eingang in die Motive der KPÖ-Wähler. Fast zwei Drittel der KPÖ-Wähler meinen, dass die Kommunisten die besten Konzepte zur Korruptionsbekämpfung hätten. Das kommunalpolitische KPÖ-Kernthema Wohnen liegt als Wahlmotiv nur knapp besser.

Verluste auch für Grüne

Bei den Grünen fällt auf, dass Spitzenkandidatin Lisa Rücker nur für jeden zweiten Grün-ähler ein Wahlmotiv gewesen ist. Außerdem haben die Grünen unüblich viele Wähler an das Nichtwähler-Lager verloren.