"Europas beste Bauten" im AzW

Das Architekturzentrum Wien präsentiert noch bis 15. September "Europas beste Bauten" - Bauprojekte, die es auf die Shortlist für den Mies-van-der-Rohe-Award 2013 geschafft haben. Mit diesem Preis würdigt die Europäische Union alle zwei Jahre herausragende Architektur innerhalb Europas.

Mit dem Mies-van-der-Rohe-Award würdigt die Europäische Union alle zwei Jahre herausragende Architektur innerhalb Europas. Daneben stellt die Ausstellung auch jene nominierten Projekte vor, die in Österreich oder unter österreichischer Beteiligung realisiert wurden.

Kulturjournal, 10.09.2014

Der Landhausplatz in Innsbruck

Lange Zeit war der Eduard-Wallnöfer-Platz in Innsbruck das, was man landläufig als "Gstettn" bezeichnet: ein verwahrloster Grünraum, am Rand das gedrungen klassizistische Gebäude der Tiroler Landesregierung, erbaut in der NS-Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die französischen Besatzer ein Befreiungsdenkmal, hinzu kamen vier weitere Denkmäler wie jenes für die jüdischen Opfer der Novemberpogrome. Keine einfachen Voraussetzungen für die Erneuerung des zentralen Platzes, mit der Architekt Hannes Stiefel 2009 beauftragt wurde.

Entstanden ist eine "urbane Bodenplastik", wie es Stiefel ausdrückt, eine sanfte Hügellandschaft aus einer speziellen Betonmischung, die vielfältig nutzbar ist und etwa von Jugendlichen als neues Skate-Areal entdeckt wurde. Um die geplante Neugestaltung des Landhausplatzes gab es auch öffentliche Kontroversen, doch Stiefel und seine Partner konnten die Pläne schließlich voll umsetzen.

Durchsetzungsfähige Bauherren hatten meist auch die anderen österreichischen Architekturprojekte, die für den Mies-van-der-Rohe-Award nominiert worden sind. Denn es sei ein häufiges und auch recht österreichisches Schicksal, dass ambitionierte Architekturprojekte am Widerstand von Politik und Öffentlichkeit scheitern, sagt Karoline Mayer, Koordinatorin der Ausstellung "Europas beste Bauten" im Architekturzentrum Wien.

Service

Architekturzentrum Wien

Am 10. September haben Interessierte die Möglichkeit, mit einigen der heimischen Architekten persönlich in Kontakt zu kommen: Im Architekturzentrum sprechen sie über ihre Bauprojekte, darunter den neugestalteten Landhausplatz in Innsbruck und die Palliativstation im Wiener Spital Wilhelminenberg.