0,1 Prozent - Das Imperium der Milliardäre

Vor drei Jahren beschäftigte sich Hans Jürgen Krysmanski in dem Buch "0,1 Prozent - Das Imperium der Milliardäre" mit der sogenannten Macht- und Geldelite. Um diesen geringen Anteil der längst unkontrollierbar gewordene Geldmacht geht es dem Soziologen auch in seiner überarbeiteten Neuauflage.

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EPA/MARTIAL TREZZINI

"Hans Jürgen Krysmanski ist eine fundierte wissenschaftliche Streitschrift und Argumentationshilfe vor allem für Globalisierungsgegner gelungen."

Eine Milliarde Dollar Privatvermögen - diese Summe markiert die Grenze zwischen Reichen und Superreichen. Weltweit besitzen die 63.000 reichsten Menschen ein Privatvermögen, das in etwa dem Bruttoinlandsprodukt der gesamten Weltwirtschaft entspricht. Diese Zahlen sind weitgehend fundierte Schätzwerte, denn hundertprozentig kennt die Reichen und Superreichen niemand.

Für den emeritierten Professor aus Münster ist die wachsende Zahl der Superreichen ein wichtiges Indiz dafür, dass staatliche und demokratische Kontrollen wegbrechen. Die Superreichen bestimmen über das Wohl und Wehe ganzer Staaten, indem sie riesige Spenden gewähren - oder vorenthalten. Oder indem sie gegen Währungen spekulieren, um den eigenen Reichtum zu mehren - dadurch können sie, mit einem Klick, auch Regierungen destabilisieren.

Hans Jürgen Krysmanski bietet zudem Milieuskizzen über Waffenmärkte und Finanzmärkte und beschreibt, dass die Geldelite sich längst verselbständigt hat: Sie beginnt auf eigene Faust mit Söldnerarmeen, privaten Polizei- und Geheimdiensten zu operieren.

Service

Hans Jürgens Krysmanski, "0,1 Prozent - Das Imperium der Milliardäre", Westend Verlag