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APA/HERBERT NEUBAUER

"I am from Austria" am Wiener Raimundtheater

"I am from Austria" - das war der große Hit von Rainhard Fendrich Ende der 90er Jahre, der sich nach anfänglichem Flop zur heimlichen Bundeshymne Österreichs gemausert hat. Und so heißt das neue Musical, das die Vereinigten Bühnen Wien im Wiener Raimundtheater zeigen. Das Musical basiert auf den Hits von Rainhard Fendrich, das Buch dazu stammt vom Musical-Intendanten Christian Struppeck selbst. In den Hauptrollen sind Lukas Perman und Irena Flury, Elisabeth Engstler, Andreas Steppan und Dolores Schmidinger zu sehen.

Ein Musical, in dem die Musik nicht wie Musical klingt, ist an sich kein Schaden. Und wenn die Hits nicht erst geschrieben werden müssen, sondern schon über Jahrzehnte im kollektiven Gedächtnis verankert sind, ist es erst recht keiner. Dass das sogenannte Compilation-Musical in Wien und überall sonst gut funktioniert, haben "Mamma mia" oder "Ich war noch niemals in New York" bewiesen, und so geht man mit dem Fendrich Musical - nach den schwachen Auslastungszahlen bei "Schikaneder", wohl auf Nummer sicher. "Die Idee war, ein Stück, das hier in Österreich und Wien spielt, zu zeigen, das authentisch ist, das die Sprache bedient aber aussieht wie eine Broadway Show, das von einem internationalen Team auf die Bühne gestellt wird, das ist ungewöhnlich und spannend und da kann wirklich etwas Schönes entstehen", sagt Intendant Christian Struppeck.

"Nix is fix", "Macho Macho", "Tango corrupti", "Es lebe der Sport", "Strada del sole", "Haben sie Wien schon bei Nacht gesehen", und natürlich "I am from Austria", wurden von Michael Reed neu arrangiert, weichgespült und in eine Geschichte gebettet, die einem Peter Alexander Film entlehnt sein könnte.

Im Zentrum steht das fiktive Wiener Traditionshotel Edler, in dem die Filmdiva Emma Carter absteigt. Sie hat es bis nach Hollywood geschafft und kehrt nun anlässlich des Opernballs in ihre Heimat zurück. Zwischen ihr und dem Hotelerben entwickelt sich eine Liebesbeziehung.

Österreich-Klischees werden ausgiebig, wenn auch, wie man betont, augenzwinkernd bedient, und man setzt – vermutlich auch wegen der Dialektfärbung der Lieder - auf heimische Stars – Elisabeth Engstler, Andreas Steppan oder Dolores Schmidinger als resche Congierge Elfie Schratt.

Der Star ist abwesend

Dass Rainhard Fendrich nicht zur Premiere kommen wird, sei ein reines Zeitproblem, er sei ein Macher und kein Verbeuger, so Fendrich. Möglicherweise ist Fendrich aber auch ein gebranntes Kind, seit er vor 15 Jahren mit dem von ihm verfassten Musical Wakeup für einen Flop und ein böses Erwachen bei den Vereinigten Bühnen gesorgt hat. Die Weichen seien hier allerdings auf Erfolg gestellt – betonen die Verantwortlichen, was wohl umso wichtiger ist, als demnächst die neuen Leiter für die Sparten Musical und Oper der Vereinigten Bühnen Wien bekannt gegeben werden, Verlängerungen nicht zwingend, aber auch nicht ausgeschlossen.

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