Frau geht eine als Klaviatur bemalte Stiegen hinauf

DAMIEN MEYER / AFP

Wer singt am besten am Klavier?

Es war 1814, als Ludwig van Beethoven diese, seine 27. Klaviersonate komponierte. Für den 2. Satz verlangt er: Nicht zu geschwind und sehr singbar vorgetragen.

Wie bei einer Weinverkostung hatten wir Ihnen die sieben Versionen des Anfangs dieser Musik ohne Nennung des Interpreten bzw. der Interpretin zur Auswahl gestellt, um Sie in Ihrem Urteil nicht abzulenken. Wir hatten Sie aufgefordert, genau zuzuhören und uns im Online-Voting - noch während der Sendung - mitzuteilen, welcher Version Sie den Vorzug geben.

Nicht zu geschwind und sehr singbar vorgetragen

Version 1 - Wilhelm Backhaus, 1969

Vier Takte nimmt sich dieser Pianist Zeit, als würde ihm die Melodie gerade eben erst einfallen, sehr spontan und frisch …

Version 2 - Tom Beghin, 1996

Ein Flügel aus Beethovens Zeit, mit interessanter Farbenpalette; kleine Temporückungen kitzeln in den Ohren …

Version 3 - Rudolf Buchbinder, 2011

Die Version zum Mitlesen; sehr nachdenklich und besonnen, aber um nichts weniger reizvoll …

Version 4 - Emil Gilels, 1974

Ein Legato-Meisterstück, sinnlich und verführerisch …

Version 5 - Friedrich Gulda, 1967

Die schnellste Version aller Zeiten, was aber der "Singbarkeit" keinen Abbruch tut. Und, was heißt schon "nicht zu geschwind"?

Version 6 - Paul Lewis, 2005

Ein Hauch von Verzögerung auf den ersten beiden Tönen, und dann ein geflüstertes Thema ...

Version 7 - Arthur Schnabel, 1932

Hinter dem Schleier der Vergangenheit erklingt eine der fröhlichsten Interpretationen …

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imslp.org - Beethoven, Piano Sonata No.27, Op. 90

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