Regenrinne

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Regenwassermanagement in Städten

Das Klima bringt uns ganz schön ins Schwitzen. Besonders in der Stadt, denn da strahlen Glas-, Metall- und Betonwände sowie Straßen die Hitze erbarmungslos zurück. Dieser urbane Wärmeinseleffekt ist wissenschaftlich anerkannt.

Dass Platzregen und sintflutartige Niederschläge immer mehr zunehmen und damit trockene Perioden blitzartig beenden, ist in den gemäßigten Breiten ein weiterer Nebeneffekt des Klimawandels. Die Regentropfen werden größer und prasseln heftig auf den Boden.

In den Städten, wo Straßen und Plätze überwiegend versiegelt sind, rinnt das wohltuende Nass schnell in den Gully. Dann durch den Kanal zum nächsten Bach und fort ist das lebensnotwendige Wasser. Nicht nur Bäume, Sträucher und Stauden leiden unter der schnell wiederkehrenden Trockenheit, auch den Menschen fehlt die kühlende Luftfeuchtigkeit für Atemwege, Lunge, Haut und Haar.

Wie sammelt man Regenwassser in Großstädten?

Gutes Regenwassermanagement entschärft den Hitzepol Stadt: Das beginnt bei offenen Böden, die das Niederschlagswasser aufnehmen können und im Optimalfall bepflanzt sind, und endet bei Wassersammelbecken wie Brunnen und Teichen. Versickerung statt Ableitung lautet das Motto - die Antithese zu Beton und Asphalt.

Schon entwickeln Stadtplaner, Architektinnen und Landschaftsgestalter neue Methoden, um den Regen zu speichern. Die Ideen reichen von einfachen Maßnahmen bis hin zu gefinkelten technischen Lösungen, die man oberflächlich betrachtet gar nicht erkennt.

Regentropfen

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Speicherfähige Materialien und tiefergelegte Rasenflächen

In manchen Städten werden unterirdische Systeme getestet, die wie ein Schwamm das eindringende Wasser aufsaugen und sukzessive wieder abgeben. Das kann über speicherfähige Materialien erfolgen, oder man sammelt das Wasser direkt in Kavernen, etwa für späteres Gießen. Eine andere Methode sind wasserdurchlässige Oberflächen. In West- und Nordeuropa laufen einige Testprojekte.

Dabei wird der Unterbau von Straßen ausgetauscht und völlig neu aufgebaut. Je nach Benützung gibt es verschiedene Substratschichten. Fahrradstreifen unterscheiden sich von Busspuren, und diese wiederum von Alleen. Ein wichtiges Merkmal ist die Größe des Porenraumes. Anders als diese auch für Laien sichtbar sind niveauabgesenkte Rasenflächen. Sie puffern intensive Regenereignisse ab, im Gegensatz zu Straßen und Gehwegen, die das Wasser sofort ableiten. In tiefergelegten Parks kann das Wasser auch einige Zeit stehen bleiben und langsam versickern bzw. verdunsten.

Wieviel Wasser speichert ein Baum?

Dass Pflanzen mit ihren Wurzeln und Blättern den Wasserhaushalt zwischen Boden und Luft regulieren, ist wohlbekannt. Wie hoch jedoch die Leistung der unterschiedlichen Baumarten ist, ist noch nicht erforscht. Sonne, Temperatur und Bodentyp bzw. -art beeinflussen neben der Hangneigung die Wasseraufnahme und die Verdunstungsrate standortindividuell. Werte kennt man noch keine, nicht einmal die Quote zwischen Nadel- und Laubbaum. Aber die Retention in den Städten ist ein heißes Thema.

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