"Vienna International Center - UNO-City, Haupteingang

AFP/DIETER NAGL

1979

Vienna International Center / "UNO-City", Wien

Die UNO-City in Wien war ein Prestigeprojekt von Bundeskanzler Bruno Kreisky. Entworfen wurde sie vom wenig bekannten Architekten Johann Staber als Ensemble aus markant geformten Bürotürmen, situiert auf einem Gelände an der Reichsbrücke, das damals noch eine unbebaute Aulandschaft war. Karl Grubich, der engste Mitarbeiter des 2005 verstorbenen Architekten Staber, führt durch die Anlage, die Heimstätte zahlreicher internationaler Organisationen ist.

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"Nach dem Tod von Johann Staber blieb sein Büro verwaist zurück, und es wurde von jemandem übernommen, der aufgrund der Modelle erkannte, dass es sich offensichtlich um das Büro von jenem Architekten handelte, der die UNO-City geplant hatte,“ erzählt Caroline Jäger-Klein, Professorin für Architekturgeschichte an der Technischen Universität Wien.

Sankt-Markus-Kirche vor der UNO-City

Sankt-Markus-Kirche vor der UNO-City

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Der Büro-Nachfolger informierte das Bundesdenkmalamt. Dieses beauftragte das Architekturzentrum Wien den Architekten-Nachlass zu bergen und zu sichten. Caroline Jäger-Klein unterstützte mit ihren Studenten das Architekturzentrum Wien bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Nachlasses. Mit ihrem Team studierte Caroline Jäger-Klein die Ausschreibungen, Gegenprojekte und den Schriftverkehr zwischen der UNO und Wien: "Johann Staber hat eine vollkommen unverwechselbare Form in den Wettbewerb eingebracht. So wirkt das Bauwerk als Landmark und fast als Logo und Signet.“

Besichtigung der Baustelle der Wiener UNO-City

ÖNB

Besichtigung der Baustelle der Wiener UNO-City, 1975

Durch die in die Breite gezogene Y-Form hat jedes Büro der UNO City einen Blick über die Landschaft und kein Büro ein vis-a-vis. Die UNO-City war der größte Bauauftrag der Republik und wurde ohne nennenswerte Baumängel errichtet, resümiert Caroline Jäger-Klein: "Das Gebäude hat eine besondere Wertung, weil es von einer internationalen Weltorganisation beauftragt wurde und immer noch betrieben wird. Auch ist es das einzige Projekt, das vom Bundeskanzleramt, also von der Republik direkt als Bauherr, betreut wurde.“

Nach einer akribischen Sicherheitskontrolle werden angemeldete Besucher auf das Gelände der Wiener UNO-City vorgelassen. Am Vorplatz der UNO City wartet der Architekt Karl Grubich, der engste Mitarbeiter von Johann Staber: "Wir sehen hier das Internationale Konferenzzentrum, den Mittelpunkt der Anlage. Von diesem Bau aus gehen in drei Richtungen die Bürotürme für die Atombehörde, die UNIDO und einige andere kleinere Organisationen.“

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Die drei Bürotürme, in welchen heute mehr als 4.500 UNO-Mitarbeiter aus aller Welt tätig sind, wurden vom Büro Staber in einer damals noch unbebauten Aulandschaft errichtet. Sie sollten an Pfahlbauten erinnern und zitieren das 1958 von Marcel Breuer gebaute UNESCO-Hauptgebäude in Paris. Rund um die Plaza flattern die Fahnen einiger Mitgliedsstaaten. Insgesamt zählt die UNO heute 193 Mitgliedsstaaten.

Stabers Projekt war eines von vier, die zunächst aus 283 eingereichten Projekte ausgewählt wurden. In einer zweiten Wettbewerbsstufe wurden die Projekte ausgearbeitet. Karl Grubich erinnert sich: "Wir haben die Einreichung für den Wettbewerb Freihand gezeichnet, in zwei Wochen in Tag und Nachtarbeit. Aber die Grundidee war gut. Die Jury hat empfohlen, dass die Projekte noch einmal gegen Honorierung nachbearbeitet wurden. Ein halbes Jahr lang haben wir das Projekt komplett auf die Füße gestellt, ordentlich gezeichnet, doch die Grundidee ist gleich geblieben.“

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