Elfriede Karl

BILD ARCHIV AUSTRIA/ORF/ISABELLE ORSINI-ROSENBERG

Elfriede Karl

Sie war ein Politikerin (SPÖ), die sich besonders in der Frauen- und Familienpolitik engagierte. In der Regierung Sinowatz war sie von 1983 bis 1984 Bundesministerin für Familie, Jugend und Konsumentenschutz.

Elfriede Karl wurde 1933 in Salzburg geboren. Sie absolvierte eine kaufmännische Lehre und arbeitete in der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter und in der Kammer für Arbeiter und Angestellte.

"Jetzt haben die Ehepartner sowohl gegeneinander als auch gegenüber ihren Kindern die gleichen Rechte und Pflichten."

Elfriede Karl war von 1971 bis 1983 Staatssekretärin für Familienpolitik und Frauenfragen unter Bundeskanzler Kreisky. In der Regierung Sinowatz war sie von 1983 bis 1984 Bundesministerin für Familie, Jugend und Konsumentenschutz .Von 1984 bis 1990 war sie Abgeordnete zum Nationalrat. Sie engagierte sich besonders in der Frauen- und Familienpolitik, in ihre Zeit als Staatssekretärin fallen etwa die Einführung der Fristenlösung. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, wurde in ihrer Amtszeit als Ministerin die Verlängerung des Karenzurlaubs auf zwei Jahre und die Möglichkeit der partnerschaftlichen Teilung des Karenzurlaubs beschlossen. Außerdem setzte sie sich dafür ein, Unverheiratete mit Kindern und Alleinerziehende in die Familienförderung einzubeziehen.

"Als spezifische Arbeitsformen für die Frauen sind flexible Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit abzulehnen, weil damit die Frauen als Mit- und Nebenverdienerinnen deklariert werden. Teilzeitarbeit bringt außerdem auch nur Teillohn und - auf Geldleistungen bezogen -, teil-soziale Sicherheit. Sie kann daher kein Ersatz für eine generelle Arbeitszeitdiskussion, die auch familienpolitisch von Bedeutung ist, sein."

"Mir scheint eines entscheidend: Echte partnerschaftliche Aufgabenteilung in der Familie, das heißt, dass, im Falle der Berufstätigkeit beider Ehepartner auch die Arbeit in der Familie voll geteilt wird, die Bewusstseinsbildung dafür, die Erziehung der Kinder und Jugendlichen dazu, sind auch wesentliche Aufgaben der Politik. Echte Partnerschaft aber auch in der Gesellschaft und Wirtschaft – das heißt die Akzeptanz jeglicher Form der Aufgabenteilung durch die Gesellschaft, die die völlige Gleichstellung von Mann und Frau hinsichtlich sozial-rechtlicher Ansprüche und steuerliche Gleichbehandlung gewährleistet, gleichgültig wie die Aufgaben in der Familie verteilt sind. Das heißt, dass zur Bewältigung des Spannungsfeldes Familie – Beruf und zur tatsächlichen Entscheidungsfreiheit der Ehepartner über die Teilung ihrer Aufgaben nicht nur die rechtlichen, sondern auch die praktischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen."

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