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Kultur
Salzburger Festspiele ohne Intendanten
Hedwig Kainberger, Kulturchefin der "Salzburger Nachrichten" relativiert im "Ö1 Morgenjournal" die Aufregung um Markus Hinterhäusers Abgang bei den Salzburger Festspielen: "Mehrere Menschen waren an einem gut gedeckten Tisch, es war ein Gezerre" - und gestern sei "alles auf den Boden geknallt". Viel Gedeck sei kaputt, aber das ließe sich aufräumen.
27. März 2026, 08:53
Im Gespräch erörtert Hedwig Kainberger, wie es so weit kommen konnte. Nun eine Mittelfristlösung und dann eine Persönlichkeit zu finden, die man mit der Intendanz betrauen könne, sei schwierig. Dem Kuratorium wünscht sie für diese Aufgabe viel "Weisheit und Behutsamkeit".
Hedwig Kainberger, "Salzburger Nachrichten", im Gespräch mit Franz Renner, "Morgenjournal", 27.3.2026
Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Salzburger Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen ab sofort getrennte Wege gehen würden. Das sei das Ergebnis einer Besprechung der Anwälte der Festspiele und des Intendanten und seiner Rechtsvertretung, teilte das Festspielkuratorium am Donnerstag in einer Aussendung mit. Beide Seiten verständigten sich darauf, dass Hinterhäuser bis zum Ende seines Vertrages, das ist der 30. September 2026, beurlaubt sei.
Ö1 Abendjournal, 26.3.2026
Über die Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart. Als nächsten Schritt wird das Kuratorium umgehend die Position der künstlerischen Leitung interimistisch besetzen. "Hier laufen bereits Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten. Ungeachtet dessen laufen die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Künstlerischen Intendanz", heißt es in der Aussendung.
Ö1 Abendjournal, 26.3.2026
"Ich nehme das Ergebnis der Gespräche zwischen Intendant Hinterhäuser und dem Kuratorium zur Kenntnis. Jetzt gilt es nach vorne zu schauen und für die Salzburger Festspiele rasch eine neue künstlerische Intendanz für die kommenden Jahre zu finden, die auch mit der Situation der Generalsanierung der Festspielhäuser gut umgehen kann", hieß es unmittelbar darauf in einem Statement von Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) gegenüber der APA.
Auslöser neue Schauspielleitung
Unmittelbarer Auslöser der Differenzen war die Neubesetzung der Schauspielleitung. Nach der frühzeitigen Trennung von Marina Davydova nach nur einem Jahr Ende 2024 hatte das Kuratorium eine transparente Vorgangsweise samt Ausschreibung verlangt. Auf diese hatten sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Sechs von ihnen wurden dann zu einem Hearing geladen, fünf erschienen. Unmittelbar nach dem Hearing berichteten Medien, dass Hinterhäuser die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann als Favoritin für den Posten bezeichnet haben soll. Dabei hat die 72-Jährige aber weder am Auswahlverfahren noch am Hearing teilgenommen.
Das Kuratorium, in dem die Fördergeber Bund, Land und Stadt Salzburg und der Salzburger Tourismusförderungsfonds vertreten sind, reagierte schwer verärgert. Eine Sitzung, in der sich Hinterhäuser erklären musste, dürfte dann laut Teilnehmern ziemlich aus dem Ruder gelaufen sein. Schließlich verkündete das Kuratorium, dass Hinterhäuser die Bedingungen zur Fortsetzung seines Vertrages über den 30. September hinaus nicht erfüllt habe. Denn eigentlich war schon eine Verlängerung bis Herbst 2031 vereinbart worden. Gleichzeitig wurde dem Intendanten das Angebot unterbreitet, noch ein Jahr weiterzumachen, um eine geordnete Übergabe zu ermöglichen. Hinterhäuser ließ die gesetzte Frist allerdings verstreichen und teilte schließlich mit, dass er von einem rechtsgültigen Vertrag bis 2031 ausgehe. Daraufhin wurde die Causa den Anwälten übergeben.
Text: APA/Red.
