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E T T Y. Hörspiel nach den Tagebüchern von Etty Hillesum (Teil 2)

Autorin

Etty Hillesum (Niederlande)

Vorlage

„Ich will die Chronistin dieser Zeit werden“, Sämtliche Tagebücher und Briefe 1941 – 1943

Regie

Elisabeth Weilenmann

Musik

Matthias Jakisic

Bearbeitung

Elisabeth Weilenmann

Übersetzung

Christina Siever, Simone Schroth

Produktion

ORF / HR , 2025 (Neuproduktion)

Assistenz

Susanne Hofinger

Schnitt

Elisabeth Weilenmann

Ton

Elmar Peinelt, Manuel Radinger, Simon Dünser

Mit

Lou Strenger (Etty)
Roland Koch (Spier)
Nils Arztmann (Jan)
Karl Markovics (Han)
Julius Béla Dörner (Junger Mann)
Tilman Tuppy (Mischa)
Marlena Reinwald (Mädchen 1)
Marie Theres Müller (Mädchen 2)
Johannes Silberschneider (Vater)
Sabine Muhar (Frau mit Wäsche)
Markus Meyer (Sprecher)

Musiker: Matthias Jakisic (Klavier)

Inhalt

Im zweiten Teil des Hörspielzweiteilers beschreibt die niederländische Jüdin Etty Hillesum die zunehmenden Restriktionen und Verfolgungen gegen jüdische Menschen, und sie schreibt offen über das tägliche Leben, das Unrecht und ihre eigenen Gefühle dazu. Parallel zu ihrer Außensituation beginnt sie eine intensive Reflexion über ihr Innenleben: ihre Ängste, ihr Verlangen, ihre Unruhe, ihr Suchen nach Einfachheit, Klarheit und Achtsamkeit. Sie verweigert den Opferstatus, sie möchte aktiv leben und gestalten - trotz all der äußeren Umstände.

„Die Schlechtigkeit der anderen steckt auch in uns. Und ich sehe keine andere Lösung, als sich auf sein eigenes Zentrum zu besinnen und dort all diese Fäulnis auszurotten. ... Wir können in der Außenwelt nichts verbessern, das wir nicht zuerst in uns selbst verbessert haben“, schreibt Etty Hillesum am 19. Februar 1942 in ihr Tagebuch.

Im Sommer desselben Jahres nimmt sie eine Stelle im Durchgangslager Westerbork an, wo sie für den Amsterdamer Judenrat in der sozialen Versorgung der Deportierten arbeitet. Sie erlebt dort die Verzweiflung, den Schmerz und die Hoffnungslosigkeit der Menschen - und versucht, inmitten dieser Hölle eine innere Haltung der Menschlichkeit zu bewahren. Ihre Tagebücher und Briefe dokumentieren beides: das äußere Grauen und den inneren Widerstand. Etty schreibt über das Einüben von Mitgefühl, Verantwortung und innerer Freiheit: „Man kann den Krieg und all seine Auswüchse nur bekämpfen, indem man in sich selbst täglich diese Liebe befreit und ihr eine Chance gibt zu leben.“ Sie weiß, dass dies kein naiver Glaube ist: „Das bedeutet nicht, dass ich niemals traurig bin, dass ich niemals aufbegehre. Muß man der Weltentraurigkeit nicht dann und wann eine kleine Unterkunft verleihen?“

Am 7. September 1943 wird Etty Hillesum gemeinsam mit ihren Eltern und Brüdern nach Auschwitz deportiert. Das Rote Kreuz legt ihr Todesdatum auf den 30. November 1943. Ihre Tagebücher übergab sie zuvor einer Freundin mit der Bitte um Veröffentlichung. Auf ihrer letzten Notiz, die sie am 7. September 1943 aus einem fahrenden Güterwaggon geworfen hatte, stand: „Wir haben dieses Lager singend verlassen, Vater und Mutter sehr tapfer und ruhig, Mischa ebenso. Wir werden drei Tage unterwegs sein. Danke, dass ihr euch so lieb um uns gekümmert habet. Auf Wiedersehen von uns vieren. Etty.“

"E T T Y" erhielt den Ö1 Publikumspreis für das von Ö1 Hörer:innen gekürte "beste Hörspiel des Jahres" 2025.

Sendedaten

26. Dezember 2025 (NP, ca. 55:16 min ) mehr dazu im Ö1 Programm
14. März 2026 (WH, 55:16 min ) mehr dazu im Ö1 Programm

Trailer

E T T Y (Teil 2), 3:11