Radiokolleg - Spielzeug- und Chipmusic

Jeder Zweck hat seine Entfremdung (2). Gestaltung: Hans Groiss

Schroeder von den Peanuts versucht perfekt Beethoven zu spielen. Auf seinem "Toy Piano" sind die schwarzen Tasten aber bloß aufgemalt, was den Weg zur Perfektion nicht gerade erleichtert. John Cage kümmert sich um Schröders Problem und komponiert 1948 die "Suite for Toy Piano". Sie besteht aus fünf kurzen Sätzen und macht von nur neun nebeneinander liegenden weißen Tasten Gebrauch.

Kinderspielzeuge wurden in der Musikgeschichte nicht nur in Leopold Mozarts "Kindersymphonie" verwendet, sondern auch in der Gegenwart finden Toys mit Computerchips den Weg auf die Bühnen dieser Welt.

Klingende, meist mit Batterie betriebene Spielzeugmusikinstrumente, aus denen eigentlich Melodien wie "Old Mc Donald Has A Farm" klingen, werden entweder vor oder direkt während der Aufführung virtuos manipuliert. Nadeldrucker, Fahrräder und Kinder-Bausätze finden oft computergesteuert Anwendung in komplexen roboterartigen Apparaturen für Installationen im künstlerischen Bereich oder Musikaufführungen. Auch Gameboys und Playstations, also Kinderspielzeug für die "Computergeneration", werden mittels Software in Multiuser-Musikinstrumente "transformiert".

Hans Groiss erforscht die Zusammenhänge von Musik spielen und Spielzeugmusik.

Interviewpartner/in:
Jörg Pirigner
Sarah Bogner

Sendereihe

Gestaltung

  • Hans Groiss