Vom Leben der Natur

Die Ausweitung des Lebensraums. Der Wildbiologe Wolfgang Steiner erzählt über die Wildschweine und die massive Zunahme der Wildschweinbestände in Mitteleuropa.
Teil 1: Das Vordringen in den urbanen Raum.
Gestaltung: Maria Harmer

Meldungen über Wildschweine in dicht besiedelten Gebieten, über zerwühlte Fußballplätze und enorme Schäden in der Landwirtschaft häufen sich. Die Zahl der Wildschweine ist in den vergangenen Jahrzehnten extrem gestiegen. Festmachen lässt sich die Explosion des Bestandes am besten an den jährlichen Abschusszahlen: 1950 wurden in Österreich etwa 500 Wildschweine erlegt, 60 Jahre später waren es 37.000.

Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Wolfgang Steiner, Experte am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien, führt die stark steigenden Zahlen auf eine Verbesserung der Futter- und Lebensbedingungen zurück und schließt dabei einen Zusammenhang mit Klimaveränderungen insbesondere durch höhere Temperaturen und daher mildere Winter nicht aus.

Maßnahmen wie Elektro-Zäune rund um Maisfelder und Geräusch-Automaten zeigen als Abwehrstrategien langfristig keinen Erfolg. Natürliche Feinde wie Wolf, Luchs und Bär sind in Österreich nicht oder nicht in genügender Zahl vorhanden. Und das Ethos der Jäger, trächtige Bachen und Muttertiere mit Frischlingen nicht zu schießen, verhindert eine langfristige Dezimierung des Wildschwein-Bestandes.



Service

Interviewpartner
Mag. Wolfgang Steiner
Universität für Bodenkultur
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft
Gregor-Mendel-Straße 33
A-1180 Wien
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft

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