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"Gummizwerg" Heinrich Walcher: Ausstellung und Buch "Scheiß auf Kunst"
Buch "Kinder der Krise" von Beate Großegger

"Gummizwerg" Heinrich Walcher: Ausstellung und Buch "Scheiß auf Kunst"

Austropoplegende Heinrich Walcher - er war mit dem Titel "Gummizwerg" in den 1970er Jahren auf Platz eins der Österreichischen Hitparade - ist Musiker, akademischer Maler und Schriftsteller. In seinem neuen Buch "Scheiß auf Kunst" setzt er sich nun mit der Begrifflichkeit, Klassifizierung und Vermarktung von Kunst auseinander. Im Kral Verlag erschienen, betrachtet er darin autobiographisch gefärbt den Stellenwert von Kunst in unserer Gesellschaft. Walcher lässt dazu zwei grundlegend unterschiedliche Charaktere ihre jeweiligen Sichtweisen kontrovers diskutieren. Der eine, ein Maler, betrachtet sich als gescheitert und schwört resigniert der Kunst ab. Der andere, sein Jugendfreund, begegnet als kunstkonsumierender Bildungsbürger dem "Betriebssystem Kunst" hingegen mit Neugierde. Beide Meinungen scheinen ihre Berechtigung zu haben und führen im Buch letztendlich zu einer überraschenden Wendung. Unter dem Titel "Walcherpanorama" sind übrigens ab Montag Werke von Heinrich Walcher in der Galerie KoKo im 7. Wiener Bezirk zu sehen.- Gestaltung: Ursula Mürling-Darrer


Buch "Kinder der Krise" von Beate Großegger

Heutige Jugendliche nehmen die Krise als Normalzustand wahr, beschreibt die Soziologin Beate Großegger in ihrem Buch "Kinder der Krise" die Situation, mit der junge Menschen heutzutage in Österreich konfrontiert sind. In Anbetracht der Konzept- und Planlosigkeit der Erwachsenen entwickeln sie eigene Überlebensstrategien: sie arrangieren sich, passen sich an, tauchen in ihrer Freizeit kurzfristig in jugendkulturelle Szenen ab, um danach wieder in ein System einzusteigen, das sie selbst als nicht optimal empfinden. Grund für diese Entwicklung ist unter anderem, dass die "Kinder der Krise" früh gelernt haben, dass es besser ist, nicht langfristig zu planen. Es komme ohnedies meist anders, als man hofft. Und sie haben begriffen, dass man leichter lebt, wenn man Prinzipien und Ideale über Bord wirft. Im "Archiv der Jugendkulturen Verlag" erschienen, wird die Publikation heute Abend am Wiener Institut für Jugendforschung präsentiert und mit der Autorin diskutiert.- Gestaltung: Ursula Mürling-Darrer


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