Von Tag zu Tag

Theater als Geisterbeschwörung, Revolution als tragikomischer Zirkus. Gast: Dr. Jürgen Kuttner, Theaterregisseur, Radiomoderator, Kulturwissenschaftler. Moderation: Andreas Obrecht. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Im Zentrum der Hommage an den Dramatiker Heiner Müller steht die Stimme des Dichters selbst. 1980 hat dieser sein Stück "Der Auftrag" vorgetragen und um diesen Mittschnitt wird im Theater an der Wien ein einfallsreiches Spektakel vorgeführt, das um die verfehlten revolutionären Versprechungen "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" kreist. Drei windige Emissäre erhalten den Auftrag, die Segnungen der Revolution auch in entfernten Kolonien zu verbreiten, scheitern daran freilich, bevor die Sache so richtig losgeht.

Jürgen Kuttner, Kulturwissenschaftler, Radiomoderator und Theaterregisseur, hat gemeinsam mit Tom Kühnel diese jetzt im Rahmen der Wiener Festwochen gezeigte Produktion für das Schauspielhaus Hannover inszeniert. Und er tritt auch gleich selbst auf - als Dramatiker Heiner Müller, mit Originalbrille und Lederjacke. Ob und wenn warum Theater und Kunst heute noch etwas Revolutionäres an sich haben können, was sich aus Enttäuschungen über verfehlte Revolutionen lernen lässt und welche Bedeutung die Ikonen und Ideologien der Revolution für die Dekolonialisierung im letzten Jahrhundert hatten - darüber spricht Andreas Obrecht mit Jürgen Kuttner.

Service

"Der Auftrag. Erinnerung An Eine Revolution" von Heiner Müller
Regie: Tom Kühnel und Jürgen Kuttner.
Wiener Festwochen. Theater an der Wien.
Mittwoch, 25.05.2016. 18.00 Uhr

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