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Ö1 Talent - Der bildende Künstler KNARF
Der Künstler Marko Lipuš auf den Spuren seiner Großmutter

Ö1 Talent - Der bildende Künstler KNARF

Mit seinen Werken im öffentlichen Raum sorgt der Salzburger Künstler KNARF für Verwirrung. Dem einen oder anderen werden in Wien schon Wände aufgefallen sein, die dieses Pseudonym als Teil des Bildes tragen. Seine Kunst aus der Dose lässt sich nicht so leicht einordnen, KNARF spielt mit den Regeln und Techniken der Sprühkunst. KNARF studiert derzeit noch an der Akademie der bildenden Künste in Wien, er ist Künstler der Ö1 Talentebörse und hat im Zuge dessen eine "Ö1 Grafik des Monats" gefertigt. Zu seinen größten Projekten gehört jedoch die Gestaltung von Außenfassaden, wie etwa jene eines Gebäudekomplexes in Leobersdorf. 3500 Quadratmeter hatte er dort zur freien Verfügung. Was wie der Traum jedes Streetartists klingt, stellte sich für KNARF und seine Kollegen jedoch bald als Albtraum heraus. Die Umsetzung dieses Mammutprojekts brachte die Künstler an ihre kreativen und körperlichen Grenzen. Allein das Auftragen der Farben stellte sich schon als Kraftakt heraus. Mit körperlichen Anstrengungen beschäftigt sich auch die aktuelle Ausstellung des Künstlers, die am Samstag den 11. Juni in der Wiener Galerie Hilger eröffnet wird. "3 x 20 Wdh. 1 min Pause" heißt die Schau, die sich durchaus ironisch dem Thema Bodybuilding und dessen Lifestyle widmet. - Gestaltung: Claudia Gschweitl


Der Künstler Marko Lipuš auf den Spuren seiner Großmutter

Mit seinem Projekt Babica (slowenisch für Großmutter) hat sich der Fotograf Marko Lipuš mit der Kamera auf die Spuren seiner Großmutter gemacht, die als Kärntner Slowenin 1943 von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert und dort 1945 ermordet wurde. Anhand von vier Themengebieten oder Kapiteln nähert sich Marko Lipuš an seine Großmutter an. Er interpretiert fotografisch Oberflächen baulicher Strukturen des Geländes des ehemaligen KZs, Objekte des Lageralltags (Becher, Zahnbürsten und Kämme aus dem Archiv der Gedenkstätte), den Ort des Verbrechens selbst - und sogar die Haut seines Vaters, die er als direktest möglichen Zugang zur Großmutter versteht. Die Bilder wurden von Marko Lipuš allesamt mit unterschiedlichen Eingriffen künstlerisch bearbeitet. Ausgewählte Arbeiten des Projekts Babica sind noch bis 29. Juni in der Galerie Photon in Wien zu sehen. Außerdem erschien ein Bildband zum Projekt beim Residenz Verlag.- Gestaltung: Sophie Menasse

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