Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

"Ich habe nie geweint".
Kindertransporte im Zweiten Weltkrieg.
Eine Sendung von Uli Jürgens

Es sind betagte Damen und Herren, die ihre Geschichten erzählen, mit Tränen in den Augen, mit einem Lächeln um die Lippen, mit Groll in der Stimme: Hans Kohlseisen, Ilse Melamid, Hans Menasse, Robert Rosner und Dora Schimanko. Sie wurden 1938/39 mit sogenannten Kindertransporten ins Ausland geschickt. In Sicherheit vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, von wohltätigen Familien aufgenommen oder zur Arbeit verpflichtet. Aus Österreich kamen irgendwann keine Briefe mehr. Viele dieser Kinder hatten nach Kriegsende niemanden, der auf sie wartete.

Woran erinnern sich die heute rund 90-Jährigen? Wie sind sie mit dem Verlust von Heimat und Familie, mit Einsamkeit und Fremdheit umgegangen? Welche Strategien entwickelten sie, um mit diesem Kindheitstrauma fertig zu werden? Und wie sieht es mit der Aufarbeitung dieses Kapitels in der österreichischen Zeitgeschichte aus? Wie sehr standen und stehen diese Geschichten im Schatten des Holocaust? Rund 1,5 Millionen Kinder wurden im Zweiten Weltkrieg in Konzentrationslagern ermordet. Knapp 2.900 Kinder und Jugendliche aus Österreich überlebten dank der Kindertransporte.

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