Andi Zeisler

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Leporello

Andi Zeisler: Buch "We were feminists once."
Ausstellung Bakos Tamás "Exiled on Side Streets"

Andi Zeisler: Buch "We were feminists once."

Während etwa Österreich beim Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau den unrühmlichen vorletzten Platz im EU-Vergleich belegt, kritische Fragen nach geschlechtsspezifischen Rollenbildern mit dem politischen Kampfbegriff "Genderwahn" pathologisiert werden oder sich eine junge, deutsche Kolumnistin vor "dem" Feminismus gar "ekelt", ist der Feminismus andernorts im gesellschaftlichen Spektrum plötzlich "cool geworden". So der Befund der US-amerikanischen Autorin Andi Zeisler in ihrem jüngst erschienen Buch "We were feminists once." Neuerdings nämlich verschaffen internationale Popstars feministischen Agenden ungekannte mediale Reichweiten, vermarkten multinationale Konzerne Hautcremes und verdauungsfördernde Joghurts mit Werbebildern jenseits vermeintlicher Idealmaße und entwerfen weibliche Selbstbestimmung als lustvollen Konsumakt. Ein Phänomen, das Andi Zeisler als "marktkonformen Feminismus" analysiert, der die notwendige und immer auch mühselige Arbeit politischer Vernetzung und Willensbildung hinter Oberflächlichkeit neutralisiert.- Gestaltung: Roman Tschiedl


Ausstellung Bakos Tamás "Exiled on Side Streets"

Dreizehn Jahre lebte Bakos Tamás in Budapest auf der Straße - die Erfahrungen, die er als Obdachloser machte, fließen emotional wohl auch in seine Kunstwerke ein. Das sind vor allem Portraits von Menschen, von fiktiven Charakteren ebenso wie von prominenten Gesichtern, die zu Grimassen verzerrt sind oder sich im Hintergrund auflösen. Zu den neueren Bildern gehören aber auch Landschaften und Tiere. In Wien hat Bakos Tamás - über seine Schwester Anna Bakos - Bekanntschaft mit Walter Famler gemacht, dem Leiter des Kunstvereins alte schmiede und Herausgeber der Literaturzeitschrift wespennest. Er hat einen Werkkatalog mit dem Titel "Exiled on Side Streets" im Sonderzahl Verlag herausgebracht. Die gleichnamige Ausstellung wird am Montag, den. 7. November 2016, im Bezirksgericht Meidling eröffnet - weitere Projekte in Budapest, Hamburg und Bratislava sind in Vorbereitung.
Der Autor Ilja Trojanow schreibt über Bakos Tamás' Bilder: "Sie wirken so, als sei die Morgenröte daran gescheitert, das Tageslicht anzukündigen, als sei jeder Tag in der Dämmerung steckengeblieben. In diesem Zwischenlicht ist Tamás zu Hause, auch wenn dies eine einsame Heimat sein muss." - Gestaltung: Anna Soucek




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Andi Zeisler:
"We were feminists once. From Riot Grrrl to CoverGirl?, the Buying and Selling of a Political Movement"
Public Affairs Books, 2016
publicaffairsbooks.com|"We were feminists once



alte schmiede
http://www.alte-schmiede.at/kunstverein/bakos-tamas-exiled-on-side-streets|Bakos Tamas]

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