Stephen Hawking

AP/JOEL RYAN

In memoriam Stephen Hawking

"I am Intel inside"
In memoriam des britischen Physikers Stephen Hawking
Von Armin Stadler

Als Stephen Hawking mit 21 Jahren an der unheilbaren Nervenkrankheit "Amyotrophe Lateralsklerose" erkrankt, beträgt seine statistische Lebenserwartung noch fünf Jahre. Ein halbes Jahrhundert später ist der totgesagte Physiker der berühmteste Wissenschafter der Gegenwart.

Stumm und regungslos sitzt der heute 70-Jährige im Rollstuhl, während sein Denken zwischen Urknall und Finale des Universums oszilliert. Wenn Hawking über seinen Computer und Sprachsyntheziser mit der Umwelt kommuniziert, dann geht es zumeist um die ersten und letzten Dinge: Wie ist der Kosmos entstanden? Sind Zeitreisen möglich? - "Ich bin mir sicher, dass meine Behinderung eine Rolle spielt, warum ich so bekannt bin", betont Hawking selbst. Hinter seiner Popularität steckt die hartnäckige Vergötzung des überragenden Intellekts im gebrechlichen Körper. Weniger bekannt ist hingegen, wie originär dieser anscheinend vom Physikhimmel gefallene Halbgott seine kosmologischen Modelle erarbeitet.

Wie denkt und rechnet ein Mensch, der nur mehr seine Wangenmuskel und Augen bewegen kann? Hawking verwendet beispielsweise geometrische Techniken, mit denen er Bilder anstelle von Gleichungen manipulieren kann. Und alle zwei Jahre muss sein Computer mit neuen, speziellen Programmen aufgerüstet werden. "I am Intel inside" , behauptet der Brite mit trockenem Humor.

(Erstaustrahlung 2.1.2012)

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Gestaltung

  • Sonja Bettel