Stiegenhaus

KAREN WERNER

Karen Werners ungewöhnlicher Umgang mit Fragen des Exils, der Trauer, des Fremden und des Holocaust-Gedenkens in Wien.

"Haus" der US-amerikanischen Künstlerin Karen Werner

Haus ist ein zweiteiliges Radiostück, das als Nachforschung über das Haus von Karen Werners Familie in der Novaragasse im zweiten Bezirk in Wien begann. Drei Generationen ihrer jüdischen Familie lebten in dem Haus. 1939 konfiszierten es die Nazisozialisten als eines jener "Judenhäuser", die auch unter dem euphemistischen Namen "Sammelwohnungen" bekannt waren, weil viele jüdische Familien dorthin zwangsumgesiedelt wurden, bevor sie in Konzentrationslager deportiert wurden. Allein aus dem Haus in der Novaragasse wurden 221 Menschen deportiert und ermordet.

Als Karen Werners überlebende Familienangehörige nach dem Krieg nach Wien zurückkehrten, forderten sie ihre Wohnung zurück, dies wie auch das Betreten derselben wurden ihnen untersagt.

Während sie an diesem Radiostück arbeitete, erlangte Werner unerwartet Zugang zu dem Haus und der damaligen Wohnung ihrer Familie durch einen Freund eines Freundes, der in dem Gebäude wohnt.

"HAUS", Part I: "Covenant of the Tongue" beinhaltet die Psalme 34 und 121, die den Seelen im Haus Frieden spenden sollen. Das ganze Stück hindurch singt Werner Meditationen aus dem "Sefer Jetzira", von denen einige nachts direkt im Haus in der Novaragasse aufgenommen wurden.

"Haus, Teil 2: Zirkus" (18:00 Uhr) bezieht sich auf die Nähe des Hauses zu den Zirkussen in der Zirkusgasse und im Prater. Zirkus folgt einem klassischen Aufführungsablauf wie es früher im Zirkus üblich war. Eine Abfolge von Spektakeln und Schauspielen: eine Antennen- Künstlerin; ein vielköpfiger sprechender Chor; ein Telefonhochdrahtseilakt; ein Flohzirkus und ein Geisterschloss.
Künstlerisch beigetragen haben Reni Hofmüller, Benjy Fox-Rosen, Yuval Katz, Elisabeth Kelner und Der Sprechchor unter der Leitung von Bruno Pisek. Zu hören sind auch Interviewausschnitte mit Edwin Deutsch und Hermine Jira.

"Strange Time (s)" ist ein Ausschnitt aus Episode 5 von Strange Radio.
Die Zeit fließt in viele Richtungen; Zen Meister Eihei Dogen; die Berührung der älteren Haut.
Zen Meister Eihei Dogen.
Der Text stammt aus Dogen "Uji: The Time-Being", übersetzt von Dan Welch und Kazuaki Tanahashi.

Die Installation "Haus, Teil 2: Zirkus" war Teil der Ausstellung TONSPUR 76_expanded im Februar und im März im MAG 3 in Wien zu erleben.

Die Radioversion und die Installation "Haus, Teil 2: Zirkus" sind im Rahmen von Werners siebenteiligem Radioprojekt "Strange Radio", das Fragen des Exils, der Trauer, des Fremden und des Holocaust-Gedenkens in Wien thematisiert.

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