"Tatort war gestern"

Ein Jubiläums-Kunstsonntag mit kriminalistischer Ausrichtung

Den Ö1 Kunstsonntag gibt es seit ziemlich genau einem Jahr. Man könnte sagen, der Ö1 Kunstsonntag ist mit der Programmreform im Mai 2017 angetreten, dem allseits gefeierten Fernseh-"Tatort" Konkurrenz zu machen. Zumindest hat die zeitgleiche Ausstrahlung des "Tatort" schon die Konzeptgespräche zum Ö1-Kunstsonntag begleitet, und es ist angezweifelt worden, ob es am Sonntag Abend überhaupt ein Publikum für etwas anderes als "Tatort" geben kann.

Natürlich gibt es das! Und nach einigen Monaten Laufzeit hat ein Ö1-Hörer seine Begeisterung für den eingeführten Ö1-Kunstsonntag damit in Worte gefasst, dass dieser neue Ö1 Sonntagabend sein Leben verändert habe. Er sagte es kurz und prägnant so: "Tatort war gestern".

Für diese Jubiläumssendung haben wir eine einmalige Fusion des Tatort mit dem Kunstsonntag vorgenommen. Der "Tatort" ist die Begegnungszone der heutigen Sendungen, die allesamt kriminalistische Ausrichtung haben.

Die Ö1 Tonspuren bringen ein Portrait der Krimiautorin und gnadenlosen Misanthropin Patricia Highsmith. Miles Davis' Soundtrack zu Louis Malles Thriller "Fahrstuhl zum Schafott" mit Jeanne Moreau in der Hauptrolle hören wir in den Milestones. Die Radiosession mit The Reef Formation nimmt Anleihen am Film Noir. Und "Radiokunst - Kunstradio" nimmt die Gelegenheit wahr, um einige Episoden aus der Radio-Krimi-Serie Fuchs & Schnell aus dem Jahr 2007 zu wiederholen. Über den ganzen Kunstsonntagabend verteilt sind zehn "schnelle Fälle" zu hören.

Musikalische Begleitung durch den Krimi-Abend kommt von Bernhard Fleischmann, der zahlreiche Filmmusiken produziert hat (wiewohl noch kein Krimi darunter ist) und zuletzt das Album "Stop Making Fans" herausgebracht hat.

Service

Bernhard Fleischmann
Radiokrimiserie Fuchs und Schnell

Alfred Pfabigan, "Mord zum Sonntag. Tatortphilosophie", Residenz Verlag, 2016

Sendereihe

Gestaltung

  • Anna Soucek