Otto Friedrich über religiöse Sprache

"Haltbar.Achtsam.Gerecht" - Wie heute religiös sprechen? Religiös Sprechende sollten bei den Dichtern in die Schule gehen, da religiöse Rede und Poesie mehr gemein haben, als es den Anschein hat, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". - Gestaltung: Alexandra Mantler

Brot ist ein Grundnahrungsmittel. Aber stimmt das auch? Zweifelsohne gibt es viele andere Lebensmittel, von denen sich die Menschen ernähren. Dennoch hat das Wort "Brot" einen besonderen Klang - es ist poetischer als "Reiswaffel" oder "Kartoffelpüree".

Brot ist also zur Ernährung nicht unbedingt notwendig. Aber es kann aus dem Alltag nicht weggedacht werden. Warum ist das so? Vielleicht, weil bei "Brot" eine tiefe religiöse Dimension mitschwingt. In der Bibel gibt es zahllose Brotgeschichten - von den ungesäuerten Broten, die das Volk Israel hastig bäckt, um es dann bei seiner Flucht vor den Ägyptern mitzunehmen, bis zum Brot, das Jesus am Abend vor seinem Tod verteilt.

Brot ist ein religiöses Ursymbol, das für Christinnen und Christen die Anwesenheit Gottes repräsentiert, wenn sie in der Eucharistie den Segen darüber sprechen, es brechen und austeilen - also tun, was Jesus aufgetragen hat: Brot als Gotteszeichen klingt bis heute auch in der säkularen Welt nach. Aber das Zeichen wird religiöses Symbol erst durch die Sprache, es wird erst ein lebendiges Zeichen durch das Wort, das darüber gesprochen wird: Symbol und Sprache sind miteinander verbunden.

Huub Oosterhuis, der niederländische Dichter, für den religiöse Sprache eine poetische Sprache ist, hat das, worauf es in der Eucharistie, im Abendmahl ankommt, so umschrieben: "Wer hier zu dieser Stunde / seine offene Hand hinhält, / Brot nimmt und isst, / sagt damit: / dass er eine neue Welt will, / wo Brot und Freiheit ist / für alle Menschen."

Wahrhaftiger kann man den Zusammenhang zwischen religiösem Tun und der Verantwortung für Menschen und Welt kaum zum Ausdruck bringen. Gottesdienst wird da auch zum politischen Akt. Morgen ist Fronleichnam, das katholische Fest, an dem das Zeichen des Brotes besonders im Mittelpunkt steht.

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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Urheber/Urheberin: Van den Budenmayer
Album: La Double Vie De Véronique - The Double Life Of Veronika
Titel: (Cut 5:) Van den Budenmayer: Concerto In E Minor (SBI 152) - Version 1798 / Concerto en mi nimeur, Version de 1798
Orchester: Grand Orchestre de Katowice
Chor: Choeurs Philharmoniques de Silésie
Leitung: Antoni Wit
Solist/Solistin: Jacek Ostaszewski
Solist/Solistin: Elzbieta Towarnicka
Länge: 04:28 min
Label: 1991 Sideral LC 3098

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