Tanzende Ritter und Racket schwingende Mönche

Spiele im Mittelalter. Mit Helmut Birkhan, emeritierter Professor für ältere deutsche Sprache und Literatur am Institut für Germanistik, Universität Wien.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Das Spielen gehört zu den prägenden kulturellen Manifestationen des Menschen. Obwohl der Spieltrieb weit hinter das Mittelalter zurückreicht, entstanden im sonst so dunklen, aber auch feudalen Mittelalter viele der heute beliebten Sportarten. Erste Spuren des Fußballs etwa lassen sich in England bereits im 11. Jahrhundert finden.

Ab dem 13. Jahrhundert gibt es in Oxford fußballspielende Studenten. In die aufgepumpten Schweinsblasen füllte man manchmal noch Erbsen, um jedem Schuss ein prasselndes Geräusch zu verleihen. Ein Spielfeld war damals nicht nötig - als Tore dienten die schon vorhandenen Stadttore. Das Tennisspiel wiederum wurde im 13. Jahrhundert, vermutlich in einem französischen Kloster, erstmals praktiziert.

Aus dem deutschsprachigen Raum hat es nur das Kegeln, erfunden im 12. Jahrhundert, zu ähnlichem internationalen Ansehen gebracht. Spiele im Mittelalter hatten weniger Regeln und wurden oft mit leidenschaftlichem Körpereinsatz gespielt: Während die Kinder bereits "Blinde Kuh" kannten, veranstalteten die Erwachsenen Wettrennen, Messer-und Liebestänze.

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