Gletscher

APA/ROLAND SCHLAGER

Aufgetaut: Heinz Slupetzky und seine Gletscher

Porträt eines Chronisten der Klimaerwärmung
Von Lukas Wieselberg

Gletscherforscher zu sein, ist in Zeiten wie diesen nicht ganz einfach. Denn das Forschungsobjekt schmilzt während der Untersuchung buchstäblich dahin. Das war nicht immer so. Noch in den 1970er Jahren hat es in Österreich eine kurze Phase von Gletscherwachstum gegeben. Heinz Slupetzky hat sie noch erlebt. 1960 hat er begonnen, Gletscher in den Hohen Tauern zu vermessen. Die jungen Kollegen beneiden ihn, dass er einen Gletschervorstoß dokumentieren konnte, sagt er heute lachend. Denn seit Jahrzehnten lässt die Klimaerwärmung das Eis schmelzen.

Heinz Slupetzky ist ein Chronist dieses Tauens. Im Radio und Fernsehen ist er ein viel beachteter Experte, für science.ORF.at hat er seit 2003 ein Gletschertagebuch geschrieben. "Man baut schon eine persönliche Beziehung zu Gletschern auf", sagt der heute 78-Jährige. Besonders jener auf dem Stubacher Sonnblick hat es ihm angetan. Es war der erste, den der Forscher vermessen hat. In 20 bis 30 Jahren wird er verschwunden sein. Aber Slupetzkys Messungen, Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse - sie werden überdauern.

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  • Lukas Wieselberg