Zeugen aus Stein

Buch Lisa Fischer: Im Zauber der Quellen

"Jede Geschichte beginnt mit einem Satz - eine Hausgeschichte jedoch mit dem ersten Stein und einem Satz. Wo die steinernen Zeugen schweigend warteten, wurden die historischen Quellen unvermutet redselig", schreibt die Kulturhistorikerin, Journalistin und Autorin Lisa Fischer im Vorwort ihres Buches "Im Zauber der Quellen - Wien in Baden - eine Hausgeschichte". Das Buch ist im Mokka-Verlag erschienen, Lisa Fischer erzählt in dem mit teils historischen Bildern gestalteten Band von der 150-jährigen Geschichte des Hauses Weilburgstraße 53 in Baden bei Wien und ihren Bewohnern.

Fischers Interesse dafür wurde geweckt, als sie erfuhr, dass in dem kleinen Palais einst eine Komponistin gelebt haben soll. Nach Recherchen fand sie nicht nur deren Namen heraus, sondern auch, wer die vielen anderen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer im Laufe der Jahre waren. Sie stammten aus Ungarn, Frankreich, Tschechien oder Rumänien. Ihre Mobilität und ihr Mut führten zu ihrem Erfolg, den sie von Wien nach Baden importierten, wo sie ihren beruflichen Aufstieg auch als architektonisches Erbe hinterließen.

Während der NS-Zeit wurde das Haus enteignet. Die zweiten Besitzer - der Wiener Holzindustrielle Heinrich Lackenbacher und seine Frau Pauline - ließen es 1902 noch ausbauen, doch in den Kriegs- und Nachkriegsjahren litt der Bau unter dem oftmaligen Besitzerwechsel. Heute steht das Haus unter Denkmalschutz und wird in renoviertem Zustand neu bewohnt.

Die Weilburgstraße - einst ein Prachtboulevard - fand hingegen nie wieder zu altem Glanz zurück. "Mit ihren spannenden Lebensgeschichten wird sie nun aber zur Wegstrecke der Erinnerung und zum Vermächtnis für die Zukunft", so die Autorin.- Gestaltung; Ursula Mürling-Darrer

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