Bärtierchen und Leben mit Kurzdarmsyndrom

1. Bärtierchen - Lebende Tote der anderen Art
2. Belastende Folge einer Darmoperation - Das Kurzdarmsyndrom

1. Bärtierchen - Lebende Tote der anderen Art

Weder Eiseskälte noch Gluthitze können ihnen etwas anhaben und selbst kosmischer Strahlung können sie wiederstehen - den Traum von der Unzerstörbarkeit leben nicht nur Fantasiegestalten wie Superman und Co. Will man Zeuge unglaublicher Fähigkeiten werden, muss man nur ganz genau hinschauen. Denn die größten der sogenannten Bärtierchen messen lediglich 1,5 Millimeter. Zu finden sind die Winzlinge aus dem Stamm der Häutungstiere überall, von den dunklen Tiefen des Marianengrabens bis zum ewigen Eis des Himalayas. Sie überleben in Gegenden, die für die allermeisten Organismen unbewohnbar sind. Wie ihnen das gelingt, interessiert die Wissenschaft seit ihrer Entdeckung vor über 300 Jahren brennend. Bisher fehlten allerdings die richtigen Instrumente und Techniken. Nun wurde erstmals die DNA der Bärtierchen entschlüsselt. Damit wollen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen weltweit das Geheimnis der kleinen Tiere lüften und herausfinden, was genau sie nahezu unzerstörbar macht. Von ihren Erkenntnissen könnte nämlich auch der Mensch profitieren. Ein Beitrag von Lena Hallwirth.

2. Belastende Folge einer Darmoperation - Das Kurzdarmsyndrom

Die Verdauung ist ein äußerst komplexer Vorgang, bei der insbesondere der Dünndarm eine wesentliche Rolle einnimmt. Hier werden Makronährstoffe wie Aminosäuren, Kohlenhydrate und Fette sowie Vitamine und Spurenelemente aufgenommen. Auch die Resorption von Wasser und Mineralien erfolgt im Intestinum tenue. Die Nährstoffe werden an das Blut weitergeleitet und unser Organismus mit Energie versorgt. So läuft es im Normalfall.
Es gibt jedoch Menschen, bei denen der Dünndarm in einem so beträchtlichen Ausmaß entfernt werden musste, dass die Aufnahme von Nährstoffaufnahme nicht mehr ausreichend funktioniert. Man spricht in einem solchen Fall vom so genannten Kurzdarmsyndrom. Ursachen können sein: eine Operationen bei Morbus Crohn des Dünndarms, Verletzungen, Darmtod aufgrund eines Verschlusses der Arterien und Venen im Bauchraum und Dünndarmkrebs. Gründe bei Kindern können sein: Komplikationen bei Frühgeburten, sowie Verschlingungen und angeborene Fehlbildungen des Darms. Allerdings führen die genannten Ursachen nicht automatisch zu einem Kurzdarmsyndrom. Erst wenn mehr als die Hälfte des rund fünf Meter langen Dünndarms entfernt werden musste, ist von einem solchen die Rede.
Insgesamt sind sehr wenige Menschen von der Krankheit betroffen, nämlich 5-20 Personen pro 1 Million. Das Um und Auf beim Kurzdarmsyndrom ist die richtige Ernährung. Betroffene müssen zum Beispiel rund doppelte so viele Kalorien pro Tag aufnehmen, als nicht Erkrankte. Wichtig sind mehrere Mahlzeiten pro Tag und leicht verdauliche Nahrungsmittel. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Rohkost sollten vom Speiseplan gestrichen werden. Fleisch und Fette bzw. Öle sollten hingegen häufig verzehrt werden. Um den Körper ausreichend mit Vitaminen und Spurenelementen zu versorgen, müssen Kurzdarm-PatientInnen auch regelmäßig eine Reihe von Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
Nora Kirchschlager hat mit zwei Experten und einem Betroffenen gesprochen.

Redaktion: Christoph Leprich

Service

1. Bärtierchen:

Alwin Köhler
Univ.-Prof. DDr. Andreas Wanninger

Alwin Köhler erhält den NOMIS-Pioneer-Award
Science-Artikel zur Entdeckung des Damage Suppressor Proteins mit Videos von Bärtierchen während der Kryptobiose
Bärtierchen beim Sex - ebenfalls mit Video
Link zu NASA Projekt
Artikel zu NASA Projekt

2. Kurzdarmsyndrom:

Johannes Priebsch, BSc
Mediator
Mitbegründer der Selbsthilfegruppe "Die chronischen Experten"
Einschicht 35
2493 Lichtenwörth
+43/676/398 53 51
E-Mail
Die chronischen Experten

Ao. Univ.-Prof. Dr. Harald Vogelsang
Medizinische Universität Wien
Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
+43/1/40400/47295
E-Mail
Klin. Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie

Elisabeth Hütterer
Diätologin
Medizinische Universität Wien
Klinische Abteilung für Onkologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
0699/100 92 448
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Klinische Abteilung für Onkologie-Ernährungsberatung

Infos zum Kurzdarmsyndrom
Kurzdarmsyndrom - Eine seltene und komplexe Erkrankung
Kurzdarmsyndrom - Was ist das?

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