Lyrische Prosa von Isabella Feimer

"Perù". Von Isabella Feimer. Es liest: Silvia Meisterle. Redaktion und Gestaltung: Edith-Ulla Gasser

"Perù", damit ist nicht das südamerikanische Land gemeint, sondern das "Caffè Perù" in Rom, eine Bar mitten im Zentrum, in der Nähe des Campo de Fiori. "Auf Plastikstühlen sitzt man im Nachmittagslicht vor dem Eingang", sagt die Autorin, "man lässt das römische Leben vorbeiziehen, schnappt Begegnungen und Bemerkungen auf, lässt sich beflügeln…". "Perù", nämlich Isabella Feimers durch den Aufenthalt in diesem Caffè inspirierter Text, ist ein geheimnisvolles Stück lyrischer Prosa in freischwebendem Satzbau. Entstanden während eines Aufenthalts in der italienischen Hauptstadt, setzt sich Isabella Feimer in dieser assoziativen Bilderfolge mit ihrer Sehnsucht nach der Stadt Rom auseinander, aber auch mit der eigenen Einsamkeit: der Einsamkeit der reisenden Dichterin. Und mit einer von Roms berühmtesten Bewohnerinnen: Die Kärntner Autorin Ingeborg Bachmann lebte lange Zeit in Rom und starb auch hier, nach einem tragischen Brandunfall, vorweggenommen bereits in Bachmanns Roman "Malina". "Liebe Inge", schreibt Isabella Feimer in ihrem Text "Perù", "verschluckt habe ich deine Worte, verschlungen haben sie mich, wie dich die Wand, die danach Feuer fing".

"Stella Maris", "Der afghanische Koch" oder "Zeit ist etwas Sonderbares" heißen Romane der 1976 geborenen Wiener Autorin Isabella Feimer, die auch Lyrik, Kurzgeschichten und Theatertexte schreibt. Gelegentlich arbeitet Isabella Feimer als Theaterregisseurin, und an der "Offenen Burg" des Wiener Burgtheaters gestaltet sie zur Zeit Workshops zum spielerischen Umgang mit literarischen Texten. Im Herbst 2018 wird Isabella Feimers Erzählung "Monster" im Limbus Verlag erscheinen - ebenfalls inspiriert durch eine Reise der Autorin, diesmal in die USA.

Service

Isabella Feimer, "Perù", Manuskript, 2018

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