Götterbaum

ELISABETH PÖTZELSBERGER

Götterbaum - Segen oder Fluch?

Geschätzt, verbreitet, bekämpft.
Die Ökologin und Forstwissenschafterin Elisabeth Pötzelsberger spricht über den Götterbaum.
Teil 2: Strategien einer invasiven Art
Gestaltung: Renate Pliem

Mit seinen großen Fiederblättern begrünt er die Stadt, kommt aus Mauerritzen und Asphaltbrüchen: der Götterbaum. Das Gewächs ist in China beheimatet und kam im 18. Jahrhundert nach Europa. Ein Jesuitenpater schickte Pflanzensamen aus China nach Paris - und so wurde der Götterbaum verbreitet. Er war sehr geschätzt in Parks und Alleen und bildete auch - gemeinsam mit der Platane - die erste Bepflanzung der Wiener Ringstraße.

Weniger bekannt ist, dass der Götterbaum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich zur Befestigung der sandigen Böden im Marchfeld gepflanzt wurde. Genetische Untersuchungen des Instituts für Waldbau ergaben, dass die heute dort wachsenden Götterbäume direkt von der "Ursprungsbepflanzung" abstammen.
Der Götterbaum wächst schnell und kommt auch mit hohen Temperaturen gut zurecht. Und er ist ein Meister der Vermehrung: Er kann sich entweder durch Samen oder durch Ausläufer verbreiten, und so wurde er in den letzten Jahrzehnten nicht nur zum geschätzten Stadtbaum, sondern auch zur Plage für Grundbesitzer. Die invasive Art verdrängt heimische Baumarten und breitet sich rasch aus.

Elisabeth Pötzelsberger ist Expertin für nicht-heimische Baumarten an der Universität für Bodenkultur Wien. Sie beschreibt die Geschichte des Götterbaums in Europa, erklärt seine Verbreitungsstrategien und erläutert, welche Auswirkungen diese invasive Pflanzenart auf das gesamte Ökosystem hat.



Service

INTERVIEWPARTNERIN:

DI Dr. Elisabeth Pötzelsberger
Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Waldbau

LINK:
Konferenz "Nicht-heimische Baumarten für europäische Wälder"

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