Lydia Mischkulnig über schlucken oder ersticken

"Am Ufer des Nahrungsstroms." Von Lydia Mischkulnig. Es liest: Erik Jan Rippmann. Redaktion: Michaela Monschein

"Das Stroh ist gedroschen und die Halme werden zur Matte geflochten. Die Arbeiter sterben an Staublungen." Zwei Sätze braucht die gebürtige Kärntnerin Lydia Mischkulig, damit klar wird, dieser Text ist alles andere als harmlos. Bernadette lebt ein Leben in Reichtum und Sorglosigkeit bis die Ärztin eines Tages bei einem Flüchtling aus Afghanistan eine Zwangsernährung anordnen soll. Plötzlich wird klar, was die Schriftstellerin Djuna Barnes gemeint hat: "Meine Seele stand entsetzt vor einem Stück rotem Gummischlauch." Plötzlich gibt es für die Betroffenen nur noch eine Wahl: Zu schlucken oder zu ersticken. Bernadette findet, wie ihr Mann schreibt, einen ganz eigenen Weg mit diesem Dilemma umzugehen: Sie schickt ein Päckchen mit einem sehr ungewöhnlichen Inhalt an den zuständigen Minister.

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Lydia Mischkulnig, "Am Ufer des Nahrungsstroms", Erzählung, Manuskript, 2018

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